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Mosekunds Montag

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.

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Bei einem Theaterbesuch bemerkte Herr Mosekund, dass sein Nachbar permanent die Stirn runzelte und sich unentwegt Notizen machte. Bestimmt ist er ein Kritiker, dachte Herr Mosekund und erkundigte sich leise, wo man solch einen wunderbaren Stift mit dezenter Schriftfeldbeleuchtung kaufen könne. »Im Kritikerbedarf«, antwortete der Mann. »Bekommt man dort auch die spitze Feder der Ironie?« Der Mann nickte. »Und das süße Gift des Lobes?« Nicken. »Und das scharfe Schwert des Generalverrisses?« Nicken. »Was es dort übrigens nicht gibt«, mischte sich nun der Zuschauer hinter Herrn Mosekund mit bitterem Unterton ein, »ist die Gabe des Schweigens.« - »Stimmt das?« fragte Herr Mosekund den Kritiker. Nicken. Wenn das so ist, dachte Herr Mosekund, könnte er ruhig etwas gesprächiger sein.
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