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Berlin ist sexy - für Wohnungskäufer

Verstärktes Engagement internationaler Investoren / Weitere Preis- und Mietsteigerungen erwartet

  • Von Rainer Balcerowiak
  • Lesedauer: 3 Min.

Das Interesse internationaler Investoren an Berliner Wohnimmobilien ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend auch in den kommenden Jahren anhalten wird. Dies geht aus Erhebungen hervor, die der Immobilienverband IVD sowie einige große auf dem hiesigen Wohnungsmarkt aktive Unternehmen am Mittwoch bei einem Pressegespräch vorstellten.

So stieg die Zahl der jährlich verkauften Wohnungen von 2009 bis 2011 um knapp 4000 auf 21 161. Ähnliche Entwicklungen sind auch bei Mehrfamilienhäusern zu beobachten. Dabei treten zunehmend kleinteilige Investoren aus südeuropäischen Staaten - allen voran Italien - auf den Plan. Aber auch Käufer aus Russland und China sind zunehmend aktiv. Der Anteil der deutschen Käufer ist demnach deutlich unter die 70-Prozent-Marke gerutscht.

Derzeit sei Berlin die mit weitem Abstand am stärksten nachgefragte Stadt für internationale Investoren, so IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick. Aufgrund des niedrigen Ausgangsniveaus werde auf dem Berliner Markt nach wie vor ein »deutlicher Nachholbedarf« in Bezug auf Immobilienpreise und Mieten gesehen. Weitere Faktoren seien die zunehmende Wohnungsknappheit in Innenstadtlagen durch faktische Einstellung der Neubautätigkeit bei gleichzeitig stark wachsendem Bedarf. So ist die Zahl der eigenständigen Haushalte in Berlin seit dem Jahr 2000 um 175 000 auf insgesamt knapp zwei Millionen gestiegen. Alleine 2011 summierte sich die Nettozuwanderung in die Hauptstadt auf knapp 40 000 Menschen.

Doch dies sind nicht die einzigen Gründe. Angesichts der Euro-Krise und der überhitzten Immobilienmärkte in vielen anderen europäischen Ländern gelten Wohnungskäufe in Berlin als »extrem sicheres Investment mit hohem Wertsteigerungspotenzial«, so Schick. Zudem ergäben sich durch die derzeitige Niedrigzinsphase »historisch einmalige Finanzierungsmöglichkeiten« für Wohnungs- und Hauskäufer.

Während die Preise in innerstädtischen Top-Lagen teilweise bereits ausgereizt seien, stünden aktuell zunehmend so genannte B-Lagen im innerstädtischen Bereich, wie Nord-Neukölln, Moabit und Teile von Wedding, im Fokus. Dort sei auch ein »enger Schulterschluss zwischen Investoren und Politik« zu verzeichnen. Durch die Ausweisung von Sanierungsgebieten würden Wohn- und Geschäftsumfeld verbessert, was - verbunden mit besonderen Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen in diesen Stadtteilen - viele Interessenten anziehe.

Vehement wiesen die anwesenden Branchenvertreter den häufig vermittelten Eindruck zurück, der Immobilienmarkt werde von Spekulanten beherrscht. Durchschnittliche Verkaufs- und Mietzinssteigerungen von zwölf Prozent binnen zwei Jahren lägen angesichts des niedrigen Ausgangsniveaus »absolut im Rahmen«, betonte Schick. Für die meisten Investoren stünde ohnehin nachhaltige Wertentwicklung und nicht der »schnelle Gewinn« im Vordergrund,

Der IVD-Vizepräsident verwies darauf, dass die Mietentwicklung bei den öffentlichen Wohnungsunternehmen und den meisten Genossenschaften ähnlich verlaufe, wie bei privaten Besitzern. Für von Verdrängung bedrohte Mieter hatte er immerhin einen kleinen Trost bereit. Schließlich würden die Mieten in vielen Randlagen der Hauptstadt, z.B. in Spandau und Reinickendorf, seit Jahren stagnieren oder inflationsbereinigt sogar sinken.

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