Europa setzt verstärkt auf Kohle

Wegen der niedrigen Preise für CO2-Verschmutzungsrechte ist der Klimakiller wieder hoch rentabel

  • Von Nick Reimer
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Viel ist von einer Energiewende mit dem Ausbau der Erneuerbaren die Rede. Doch die Realität in Europa ist eine ganz andere - der Preis für CO2-Emissionsrechte ist zuletzt förmlich eingebrochen. Dies macht die besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerke rentabel - sie verzeichnen einen Absatzboom.

Er ist eigentlich das wichtigste Klimaschutzinstrument der EU: der Emissionshandel. 2005 eingeführt, müssen insgesamt 11 000 Anlagen in 30 Ländern, darunter Kraftwerke und Zementfabriken, pro Tonne emittierten Treibhausgases einen Berechtigungsschein vorweisen. Diese von den EU-Ländern ausgegebenen und an den Strombörsen handelbaren Zertifikate sollen fossile Energierohstoffe verteuern und unrentabel machen. Ziel ist, klimaverträglicher Energie zum Durchbruch zu verhelfen.

Analysten des britischen Bankhauses Barclays haben nun den Beleg geliefert, dass die Idee nicht funktioniert: Laut ihrer Erhebung wurden allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres 7,77 Millionen Tonnen mehr Steinkohle in der EU verbrannt als im gleichen Zeitraum 2011. Statt zu sinken stieg die Kohleverstromung in der EU um fast zehn Prozent. Das bedeutete 25 Millionen Tonnen mehr Kohlendioxidausstoß.

Die Barclays-Analysten liefern auch den Grund für die...


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