Bereit zu spontanen Abenteuern

Mit der Eisenbahn wochenlang quer durch Europa: Seit 40 Jahren gibt es das InterRail-Ticket

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

InterRail wird 40. Im Jahr 1972 haben europäische Eisenbahngesellschaften begonnen, Jugendlichen eine Art Flatrate für Zugfahren durch Nord-, West- und Südeuropa anzubieten. Mit großem Rucksack und wenig Geld waren und sind sie unterwegs auf ihrem ersten Abenteuerurlaub und erschließen sich neue Länder. Inzwischen gibt es mit dem City Night Line ein zusätzliches Angebot.

Kurt Gerhardt aus Wiesbaden fuhr in den 1980ern regelmäßig mit dem InterRail-Ticket durch Europa. Er ist noch heute leidenschaftlicher Bahnfahrer.

Wenn am kommenden Wochenende im ungarischen Budapest hunderte Bahnreisende aus unterschiedlichen Generationen und Nationen zusammenkommen und den 40. Geburtstag des InterRail-Tickets feiern, dann ist auch Kurt Gerhardt mit dabei.

Der Hesse hat in den frühen 1980er Jahren auf Europas Schienen viel erlebt, hat Land und Leute kennengelernt. Die damals üblichen D-Zug-Wagen mit ihren Sechser-Abteilen förderten Kommunikation und Zusammenhalt der Reisenden, oftmals auch Kontakt und Nähe zum anderen Geschlecht. So bahnten sich auf langen Zugreisen länger anhaltende Freundschaften und Beziehungen an. Vielfach bildeten sich im Zug auch Cliquen von Jugendlichen, die sich spontan entschlossen, alte Reisepläne über den Haufen zu werfen und ein paar Stunden und Tage gemeinsam zu reisen. Ein straffes Korsett von Zugbindung und obligatorischer Sitzplatzreservierung, das sich im Laufe der Jahrzehnte bei Europas Bahnen immer weiter ausbreitete, war ...


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