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Endlager als »größte Aufgabe der Menschheit«

BUND drängt auf Aus für Gorleben / Umweltverband: Mindestens sechs Standorte erkunden

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Der Umweltverband BUND fordert ein transparenteres und demokratischeres Endlagersuchverfahren.

Für Hubert Weiger, den Vorsitzenden des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), ist die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle »eine gewaltige Aufgabe«. Tausende Tonnen stark strahlenden Atommülls für Jahrtausende sicher zu verwahren, sei sogar »die größte Aufgabe der Menschheit«, sagte Weiger am Mittwoch in Hannover. Weltweit sei noch kein Gramm dauerhaft entsorgt worden.

Für eine Beteiligung seines Verbandes an der Endlagersuche formulierte Weiger mehrere Bedingungen. Der Standort Gorleben müsse aufgegeben werden. Der Salzstock im Wendland sei »erwiesenermaßen geologisch ungeeignet und politisch verbrannt«. Die damalige Festlegung auf Gorleben im Kreis Lüchow-Dannenberg sei ohne wissenschaftliches und demokratisches Verfahren erfolgt. So sprächen unter anderem ein teilweise fehlendes Deckgebirge sowie Kohlenwasserstoffvorkommen gegen Gorleben. Östlich der Elbe sei der Salzstock teilweise eingebrochen. Gorleben sei damals aus politischen Gründen gewählt worden, unter anderem wegen der Nähe zur DDR. Ein Endlagersuchgesetz könne deshalb nur dann einen ernsthaften Neustart bedeuten, »wenn Gorleben als möglicher Standort ausgeschlossen ist«, sagte BUND-Atomexpertin Renate Backhaus. Sie distanzierte sich damit ausdrücklich von Spitzenpolitikern der SPD und der Grünen wie Sigmar Gabriel und Jürgen Trittin - diese hatten sich dafür ausgesprochen, Gorleben im Pool der zu prüfenden Standorte zu belassen.

Ebenso unabdingbar wie der Ausschluss Gorlebens ist laut BUND die Einbeziehung von Parlament und Öffentlichkeit in die Suche. »Es muss einen nationalen Dialog geben«, so Weiger, »und zwar vor der Festlegung auf einen Standort.« Bürgerbeteiligung bedeute umfassende Information und die freie Bereitstellung von Unterlagen. Diskussion und Entscheidung dürften nicht in Kommissionen verlagert werden.

In den seit November hinter verschlossenen Türen laufenden Bund-Länder-Gesprächen kann Weiger keinen echten Neuanfang erkennen - und in den kürzlichen »Küchenkonsultationen« in der Wohnung von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) erst recht nicht. Dass das Verfahren nicht transparent gestaltet werde, sei ein »Versagen der Politik«.

Der in deutschen AKW produzierte Abfall dürfe keinesfalls exportiert werden, so Weiger weiter. Er gehöre in ein deutsches Endlager. Weiger sprach sich gleichzeitig dafür aus, künftig mindestens sechs Standorte in den in Frage kommenden Gesteinsformationen Salz, Ton und Granit zu erkunden und diese dann zu vergleichen.

Der BUND fordert zudem, dass nur ein einziges Lager zur Aufnahme des gesamten Atommülls errichtet wird. Das derzeit für schwach und mittelradioaktive Abfälle geplante Endlager Schacht Konrad in Salzgitter dürfe deshalb nicht in Betrieb genommen werden. Die Kosten für die Suche und den späteren Betrieb sollen ausschließlich die AKW-Betreiber beziehungsweise andere Atommüllverursacher tragen.

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