Angefixt

  • Von Oliver Händler
  • Lesedauer: 2 Min.

Nimmt man »stern.de« oder das »Wall Street Journal« wörtlich mag man glauben, in der Fußball-Bundesliga wird nicht mehr mit Bällen geschossen, sondern mit scharfer Munition: »Bundesliga stürmt den Schurkenstaat« überschrieb der eine die Wirtschaftsnachricht, die der andere »Fußball-Bundesliga erobert Nordkorea« betitelte. Dabei geht es natürlich nicht um Kriegerisches - oder um Fußball -, sondern nur um Geld, selbst wenn erst einmal kaum allzu viel fließen dürfte.

Die Bundesliga exportiert nun auch Bilder nach Nordkorea. Das ist kein Abklatsch der Ping-Pong-Diplomatie, auf dass sich Nord- und Südkorea annähern mögen. Was sollte deutscher Fußball da auch helfen können? Es ist ein Marketinggag, aus dem mehr werden soll - mehr Geld. »Uns geht es darum, unser Produkt bekannter zu machen«, gibt DFL-Geschäftsführer Jörg Daubitzer zu, auch wenn wirtschaftlich nicht viel zu holen sei. Besonders die Sponsoren lachen sich ins Fäustchen, denn Werbung ist in Nordkorea bislang tabu. Selbst wenn die auf Banden und Trikots beworbenen Produkte dort nicht gekauft werden können: »Dann sind wir dann schon mal drin im Markt«, hofft DFL-Manager Kay Dammholz ganz unverhohlen von sprudelnden Einnahmen, wenn die Nordkoreaner erst mal angefixt sind.

Die DFL hat Glück, dass deren Star Chong Tese in Deutschland spielt. Ohne ihn würde sich wohl kaum einer seiner Landsleute für deutschen Fußball interessieren. Sie haben ganz andere Probleme.


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