Risikofaktor Migration

Psychisch erkrankte Einwanderer nicht angemessen versorgt

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Migranten leiden doppelt so häufig unter psychischen Erkrankungen. Laut Fachärzten sind sie zudem medizinisch schlechter versorgt.

Die mehr als 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, die Hälfte davon mit deutschem Pass, können nicht damit rechnen, dass ihre seelischen Probleme in hiesigen Krankenhäusern und Arztpraxen verstanden und therapiert werden. Die Dimension des Problems wird auch den Psychiatern und Psychotherapeuten erst allmählich klar. Ihr größter Berufsverband, die DGPPN, legte zu ihrem diesjährigen Hauptstadtsymposium am Mittwoch ein Positionspapier vor, das die ganze Misere - soweit aus den wenigen vorliegenden Untersuchungen ablesbar - beschreibt.

Pilotstudien aus der Zeit zwischen 1980 und 1999 zeigten, dass Migranten die stationäre psychiatrische Versorgung nur in weniger als der Hälfte der statistisch wahrscheinlichen Fälle in Anspruch nahmen. Verglichen wurde der Anteil der Eingewanderten an der Gesamtbevölkerung mit ihrem Anteil an der Patientengruppe. Jedoch gibt es aus anderen wes...


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