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Brandstiftung: Rocker verurteilt

Vor Gericht

(dpa). Vier Mitglieder eines Unterstützerclubs der Rockergruppe Bandidos sind am Mittwoch vom Berliner Landgericht wegen Brandstiftung verurteilt worden. Allerdings blieb ein 24-jähriger Aussteiger aus der Rockerszene, der mit Polizei und Staatsanwaltschaft kooperiert und als Kronzeuge gegen seine früheren Komplizen ausgesagt hatte, straffrei. Die drei anderen Angeklagten bekamen Bewährungs- und Haftstrafen. In dem Prozess hatte erstmals in Berlin ein Rocker als Kronzeuge der Anklage ausgesagt. Dafür war ihm Straffreiheit in Aussicht gestellt worden. In früheren Strafprozessen verschanzten sich Rocker zumeist hinter einer Mauer des Schweigens.

Die Männer im Alter von 22 bis 30 Jahren hatten im Januar 2010 in Marzahn ein Auto in Brand gesetzt. Es war ein Racheakt gegenüber einem Mitglied der verfeindeten Hells Angels. Das Landgericht verhängte jetzt gegen ein Mitglied des Bandidos-Supporterclubs »La Onda« sechs Monate Haft mit Bewährung. Die anderen beiden Rocker müssen wegen höherer Vorstrafen vier Jahre und zwei Monate beziehungsweise sechseinhalb Jahre ins Gefängnis.

Im von bewaffneten Polizisten bewachten Sicherheitstrakt des Landgerichts hatte der Aussteiger sich selbst und die Mitangeklagten im Sinne der Anklage belastet. »Es ging um Vergeltung«, erklärte der Kronzeuge. Einer der eigenen Männer sei zuvor angegriffen worden. »Ich will mit der kriminellen Vergangenheit abschließen«, begründete der Kronzeuge seine ungewöhnliche Geständnisbereitschaft. Die Vorsitzende Richterin Regina Alex sprach zudem von »einem enormen Druck seitens der eigenen Kameraden«.

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