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Über den Dächern

Berliner Projekt analysiert Nutzen von Kleinwindanlagen in der Stadt

  • Von Karoline Kallweit
  • Lesedauer: 2 Min.

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Nach dem verheerenden Unglück im japanischen Fukushima im vergangenen Jahr beschloss die Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomenergie und setzt nun verstärkt auf regenerative Energien. Ein Berliner Forschungsprojekt interessiert sich für die Chancen der Windkraft in Städten.

Im Energiemix der Zukunft spielt die Windkraft eine bedeutende Rolle. Großanlagen auf dem Lande und auf See rentieren sich durchaus schon. Doch wie sieht es im innerstädtischen Bereich aus, in dem turbulente Windströmungen dominieren? Dieser Frage geht ein kleines Forschungsteam der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) seit April 2010 nach.

»Der Anstoß kam vom Senat«, erklärt Mathis Buddeke, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts »Nutzung von kleinen Windenergieanlagen auf Gebäuden in städtischen Gebieten«. Im Rahmen des Berliner Umweltentlastungsprogramms (UEP II), das insbesondere Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich neuer Umwelttechnologien fördert, erhielten Jochen Twele von der HTW und sein Team den Auftrag, die Einsatzchancen von Kleinwindkraftanlagen zu analysieren.

Die HTW ließ fünf Kleinwindkraftanlagen - alle etwa 4,5 bis 7 Meter groß - auf Berliner Dächern installieren. Dank Messungen u.a. des Deutschen Wetterdiensts war bereits bekannt, dass es in Spreenähe die höchsten Windgeschwindigkeiten gibt. Dennoch wurden für die Analyse verschiedenartige Orte ausgewählt. »Wir wollten die Kleinwindkraftanlagen auf möglichst unterschiedliche Gebäude stellen, um verschiedene Stadtbautypen zu betrachten«, sagt Buddeke. Dabei spielte die Höhe der Gebäude eine entscheidende Rolle.

Wer sich auf die Suche nach den kleinen Windenergieanlagen begibt, findet sie unter anderem in einer Plattenbausiedlung in Hohenschönhausen, aber auch im innerstädtischen Charlottenburg - auf Höhen zwischen 14 und 80 Metern.

Obwohl Kleinwindkraftanlagen in Deutschland bisher ein Nischendasein fristen, gibt es vielfältige Anlagenformen. Im Berliner Projekt kommen sogenannte »Vertikalachsenanlagen« zum Einsatz, da sie besonders leise sind. Das sei gerade in bei Wohnhäusern wichtig, bestätigt auch Buddeke.

Daher sind die Schallemissionen der Windräder ein maßgeblicher Messwert der Untersuchungen. Außerdem werden technische Randbedingungen wie Lasten oder Schwingungen der Geräte sowie Strömungsverhältnisse erhoben. Die technische Bewertung der Anlagen selbst liegt nicht im Fokus des Vorhabens.

Nach zwei Jahren Forschung liegen Buddeke und seinen Kolleginnen und Kollegen erste Ergebnisse vor. »Was wir jetzt schon sagen können: Höhere Gebäude eignen sich deutlich besser«, fasst der Naturwissenschaftler zusammen. Und mit Blick auf die Schallemissionen resümiert er, dass es schon bei Anlagen in einer Höhe von etwa 30 Metern am Boden keine störenden Geräusche mehr gebe.

Wirtschaftlich sind die im Projekt verwendeten Kleinwindkraftanlagen allerdings nicht - schon wegen der integrierten Messtechnik. Doch preiswertere Anlagen könnten sich an hohen Standorten mit ausreichendem Windangebot durchaus lohnen, meint Buddeke.

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