Werbung

Schreibtischhelden

Kommentar von Wolfgang Hübner

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Das französische Satireblatt »Charlie Hebdo« beruft sich bei der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen auf die Pressefreiheit. Doch diese bedeutet nicht, alles zu sagen, was möglich ist; sie bedeutet, alles sagen zu dürfen – und genau deshalb genau zu überlegen, was man sagt
Im Streit um Schmähvideo und Mohammed-Karikaturen hat das französische Satireblatt »Charlie Hebdo« für neuen Zündstoff gesorgt. Am Mittwoch veröffentlichte es Karikaturen mit dem Propheten Mohammed, die Muslime als Provokation verstehen müssen und wohl auch sollen. Das ist legitim – aber ist es auch klug?

Nein, klug ist es nicht, und man muss da gar nicht streiten, von wem die erste Provokation ausging, wer zur Gewalt gegriffen hat und wie weit Toleranz gehen sollte. Nachdem es bei den wütenden Protesten in islamisch geprägten Ländern schon Tote gegeben hat, ist es alles andere als eine Heldentat, an einem Pariser Schreibtisch neue Provokationen zu basteln. In Gefahr geraten andere – nicht umsonst schließen Frankreich und weitere Staaten heute Botschaften und Schulen im Ausland.

Die Berufung der Pariser Satiriker auf die Pressefreiheit ist wohlfeil; denn diese Freiheit zwingt niemanden, etwas zu tun. Pressefreiheit bedeutet nicht, alles zu sagen, was möglich ist; sie bedeutet, alles sagen zu dürfen – und genau deshalb genau zu überlegen, was man sagt. Pressefreiheit ist kein Spielzeug, sondern eine Errungenschaft und erfordert einen ernsthaften Umgang. Und sie hat mit der Verantwortung für die Folgen zu tun, die aus dem veröffentlichten Wort oder Bild resultieren.

Nicht ganz nebenbei: Die jüngste Ausgabe von »Charlie Hebdo« war im Nu ausverkauft; zum heutigen Gebetstag der Muslime sollten die Kioske wieder reichlich beliefert sein. Da freut sich der Prokurist des Blattes.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen