Mehr Arbeit für weniger Geld

DGB: Einkommensungleichheit in Deutschland nimmt weiter zu

  • Von Roland Bunzenthal
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Immer mehr Deutsche arbeiten für Löhne, die kaum zum Leben ausreichen. Das zeigt eine noch unveröffentlichte DGB-Studie.

Der kleine Metallbetrieb im Westerwald hat schwere Zeiten hinter sich und wohl auch vor sich. Die 70 Beschäftigten haben seit drei Monaten keinen Lohn mehr bekommen. Grund: Der Hauptkunde, ein Autokonzern, hat seine Rechnung noch nicht bezahlt. Der mittelständische Familienbetrieb liefert Schweißgeräte an die Großen der Fahrzeugbranche. Und die sind gerade bemüht, trotz schwächerer Konjunktur ihre Profite zu halten. Die Nachfragemacht der Großabnehmer zwingt zahlreiche kleine Lieferanten zu einer Gratwanderung zwischen Rentabilität und Pleite. Mit frühkapitalistischen Methoden versuchen sie die Folgen auf die Belegschaften abzuwälzen. Kein Betriebsrat, keine Gewerkschaft hindert sie daran.

Verena Worm (54) verdient als Angestellte des genannten Maschinenbauers rund 1300 Euro im Monat. Nach Abzügen bleiben ihr 854 Euro. Zu wenig, wenn die Wohnung 450 Euro kostet und der Arbeitsweg fast zwingend ein Auto erfordert. In guten Konjunktu...

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