Libyen löst Milizen auf

Elf Tote bei Bürgeraufstand in Bengasi

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Tripolis (dpa/AFP/nd). Die libyschen Behörden wollen alle Milizen und bewaffneten Gruppen in dem nordafrikanischen Land auflösen. Das kündigte der Präsident der Nationalversammlung, Mohammed al-Megrayef, am Samstagabend an. Betroffen seien alle Gruppierungen, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen. »Wir verbieten außerdem den Einsatz von Gewalt und das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit. Auch die Errichtung von Kontrollpunkten ist illegal«, sagte Al-Megrayef in der vom Nachrichtensender Al-Dschasira übertragenen Erklärung. Die Erklärung wurde nur einen Tag nach einer Großdemo gegen Gewalt und islamistische Milizen in der ostlibyschen Stadt Bengasi abgegeben. Im Anschluss an die Kundgebung mit rund 20 000 Teilnehmern hatten wütende Bürger das Hauptquartier der Miliz Ansar al-Scharia gestürmt; dabei wurden mindestens elf Menschen getötet. Der Gruppe wird vorgeworfen, in den tödlichen Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi verwickelt zu sein.

Bei den jüngsten gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden mehrere Sicherheitskräfte offenbar hingerichtet. Die Art der Verletzungen deute darauf hin, dass »sechs Personen hingerichtet wurden», erklärte ein Arzt der städtischen Leichenhalle am Samstag. nd-Karte: W.Wegener

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