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Lange Wende

  • Von Georg Fülberth
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Am 1. Oktober 1982 wurde Kanzler Schmidt durch ein Misstrauensvotum von CDU/CSU und FDP gestürzt. Es begannen die 16 Kohl-Jahre. Der Neue hat noch als Oppositionsführer von der Notwendigkeit einer »geistig-moralischen Wende« schwadroniert. Jetzt konnte er zeigen, was er damit meinte.

Eine andere Wende hatte der FDP-Minister Graf Lambsdorff im Sinn. Bereits am 9. September 1982 forderte er in einem Grundsatzpapier Kürzung des Arbeitslosengeldes, Umverteilung in den Etats zu Lasten der sozial Schwachen, Verzicht auf staatliche Ausgabenprogramme. Der Entwurf des Textes stammte vom späteren Bundesbankpräsidenten Tietmeyer. Zwei Tage vorher hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) dasselbe verlangt.

Für die Zeitgenossinnen und Zeitgenossen sah das wie ein dramatischer Umschwung aus, verbunden mit Hintergrund-Intrigen im Interesse des Kapitals.
Im Rückblick nach dreißig Jahren stellt sich dies anders dar: nicht als ein Ruck, sondern als fast nur noch symbolischer Schlusspunkt nach einer langen Agonie. Die sozialliberale Koalition war schon ausgehöhlt.

Ein wichtiges Datum auf diesem Weg liegt früh: mit dem Ende des Währungssystems von Bretton Woods am 11. März 1973 erhielt das Kapital ein...





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