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Bankraub: Umverteilen ganz anders

Ende August 2005 startete der Katalane Enric Duran einen großen Coup: Mit 6000 Euro Startkapital als Kredit von einem ahnungslosen Verwandten legte er los und setzte eine Kreditspirale in Gang. Von kleinen Konsumkrediten bis hin zu einer Hypothek - 68 Kreditlinien bei 39 spanischen Finanzinstitutionen in Höhe von insgesamt 492 000 Euro wurden ihm bewilligt. Bereitwillig, weil die Banken davon leben, Darlehen zu verkaufen.

Mit frischem Geld aus neuen Krediten zahlte Duran die ersten Raten der alten Kredite. Nach einigen Monaten stellte er die Zahlung ein. Im September 2008 beschloss er schließlich, alles Geld abzuheben, »die Aktion« öffentlich zu machen und das Geld umzuverteilen - in soziale Projekte und Publikation.

Duran geht nicht davon aus, dass die Justiz ihn bald mit einem Verfahren belangen wird. Säumige Hypothekenschuldner gibt es im krisengeschüttelten Spanien wie Sand am Meer und auf einen Prozess mit politischem Charakter sind Regierung und Judikative wenig erpicht (experimend, 12.11.2011).

Etwa 50 Jahre vor Enric Duran fälschte der spanische Anarchist Lucio Urtubia Schecks im großen Ausmaß. Mit den Einnahmen finanzierten er und seine Freunde den politischen Widerstand gegen Franco. In einem Strafprozess erreichte Urtubia einen Vergleich mit der Citi-Bank. Diese zog ihre Anklage zurück und zahlte für die Herausgabe der Druckplatten sogar noch zähneknirschend eine Menge Geld. Urtubia: »Ich bin kein Krimineller. Die Kriminellen sind doch die Banken, die die Welt korrumpieren und all die Kriege verursachen.« (experimend, 11.12.2010).

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