Im Kampf gegen das Kartell der Schweiger

Ex-Profi Paul Kimmage warf dem Radsport-Weltverband Doping-Vertuschung vor, jetzt verklagt ihn die UCI

  • Von Von Jonathan Sachse
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Der Radsportweltverband UCI will mit einer Klage den Journalisten und Ex-Profi Paul Kimmage mundtot machen. Im Internet wird Geld für den Prozess gesammelt. Wird aus der Klage ein PR-Eigentor?

Zwei Tage vor Beginn der Tour de France 2011: Der Spanier Alberto Contador nimmt auf dem Podium zur Pressekonferenz Platz. In einer Fragerunde meldete sich Paul Kimmage zu Wort: »Seitdem Sie professioneller Fahrer sind, wurde jedes Ihrer Teams mit Dopinganschuldigungen in Verbindung gebracht. Sie fahren hier unter großem Dopingverdacht. Warum sollten wir Ihnen glauben?«

»Ich glaube, Sie sind nicht gut informiert. Ich habe immer gesagt, dass ich gegen Doping bin«, gab der Spanier harsch zurück. Ein halbes Jahr später wurde er vom internationalen Sportgerichtshof nachträglich für zwei Jahre gesperrt. Eine ähnliche Frage stellte Kimmage 2010 an Lance Armstrong nach dessen Rückkehr in den Radsport. »Sie sind den Stuhl nicht wert, auf dem Sie sitzen«, bekam Kimmage vom damals mächtigsten Mann des Radsports zu hören. Zwei Jahre später entlarvte die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA den Texaner als Drahtzieher eines riesigen Dopingn...

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