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Arbeit ohne Ende

Der Eintritt in die Rente ist immer seltener der ersehnte Ruhestand. Zwei Beispiele

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Der Kapitän Siegfried Beutler ist bereits 73 Jahre alt und führt die Touristen durch Bremerhaven. Auch Horst-Helmut Köller hat noch einen Minijob als Bürokraft. Anders als Beutler, für den die Arbeit auf dem Schiff eine Leidenschaft ist, geht der 66-Jährige arbeiten, weil seine Rente nicht ausreicht. Dabei war er fast fünf Jahrzehnte beschäftigt - allerdings häufig in schlecht bezahlten Branchen.

Siegfried Beutler steuert die Touristenbarkasse »Lady Sunshine« durch den Hafen, vorbei an der Fregatte Brandenburg, die nach ihrem Einsatz am Horn von Afrika auf dem Trockendock liegt. Steuerbord ragen die Metallwände der Autoschiffe wie stattliche Wohnblöcke empor. Der Kapitän erzählt seinen Gästen mit norddeutschem Akzent, dass die Schiffe mehr als 5000 Autos fassen und an einem Tag 40 000 Tonnen Heizöl fressen. »Das ist so viel, wie ein Einfamilienhaus einen ganzen Winter lang verheizt.«

Viermal am Tag legt die Barkasse zur einstündigen Hafenrundfahrt ab, dazwischen gönnt Beutler sich schon mal eine Pause. Sein ganzes Berufsleben hat er auf dem Schiff verbracht. Als 16-Jähriger ging er in Rostock-Marienehe das erste Mal an Bord. Kurz vor dem Mauerbau flüchtete er in den Westen und heuerte bei der Unterweser Reederei URAG als Matrose an. »Wir luden Erze, Bauxit und Phosphor in Nordamerika und fuhren nach Europa«, erzählt er. Als...


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