Leuchttürme ohne Schiffe

  • Von Michael Müller
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.
Unübersehbar in den vielen Jahresrückblicken dieser Tage: Der Sport, genauer gesagt: der Hochleistungssport, war 2002 einer der ganz wenigen Lichtblicke in diesem Land. Der erneute Nationenplatz eins bei olympischen Winterspielen sowie der sensationelle Fußball-Vizeweltmeistertitel machen das vielleicht am deutlichsten. Um den Spitzensport-Trend braucht es einem 2003 ebenso wenig bange zu sein. Der auch für diesen Bereich zuständige Innenminister Otto Schily (SPD), bekräftigt: Spitzensport ist Werbung für Deutschland, und deshalb bleibt es beispielsweise auch bei der Basissumme von 71 Millionen Euro für so genannte zentrale Maßnahmen. Gut ausgestattet kann also Kurs auf Olympia 2004 in Athen genommen werden - auf Platz drei der Medaillenwertung. Am Geld solls nicht liegen, wird Armin Baumert, leitender Direktor im Bereich Leistungssport des DSB, dazu im jüngsten »NOK-Report« zitiert. Auch solche Worte in Bezug auf die Finanzausstattung mit öffentlichen Mitteln haben in Deutschland wahrlich Seltenheitswert. Diese komfortable Position ist dem Spitzensport zu gönnen, wie ihm auch kein einziger seiner internationalen Erfolge missgönnt sei. Dennoch muss einfach nachdrücklich darauf verwiesen werden: Nicht der Sport, sondern eben nur der Hochleistungssport war in der Deutschland-Bilanz 2002 für die wenigen Lichtblicke verantwortlich! Der Vereins- und Breitensport hingegen, der zwar nur 0,1 Prozent der Medien-Präsenz, dafür aber 99,9 Prozent der deutschen Sportwirklichkeit ausmacht, ist inzwischen finanziell und materiell kaum besser gestellt als Kommunen oder Sozialsysteme. Leistungssporterfolge seien die Leuchttürme, die allen anderen Sportlern des Landes die Richtung weisen sollen. So ein nicht selten bemühtes Bild von Sportpolitikern und -funktionären. Leuchttürme, um im Bild zu bleiben, verlieren indes ihren Sinn, wenn die Schifffahrt zum Erliegen kommt. Und sie dro...

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