Freunde auf der Nelken-Insel

Partnerschaft Brandenburg - Sansibar vollendet erstes Jahrzehnt

  • Von Thomas Berger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Brandenburg feiert ein nicht alltägliches Jubiläum: Bereits seit zehn Jahren pflegt die Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule (RAA) in Potsdam die Partnerschaft zwischen dem Bundesland und der Insel Sansibar.

Brandenburg steht nicht unbedingt im Ruf, ein Mekka entwicklungspolitischer Zusammenarbeit zu sein. Zwar gibt es etliche kleine Nord-Süd-Ini-tiativen und Vereine, doch langfristige Partnerschaften sind selten. Zu Recht zeigen sich denn auch Birgit Mitawi, die als Leiterin der Potsdamer Arbeitsstelle die Fäden in der Hand hält, und ihr Team zufrieden mit dem Erfolg. 139 Jugendliche wurden seit den ersten zaghaften Anfängen in insgesamt 20 Gruppen nach Sansibar, auf die Nelken-Insel vor der Küste Afrikas im Indischen Ozean entsandt. Dort bauten die jungen Märker gemeinsam mit den Einheimischen an Schulen und Gesundheitsstationen, lernten die traditionelle Lebensweise der Sansibaris kennen und konfrontierten diese im täglichen Miteinander wiederum mit dem Leben, wie sie es aus ihrer deutschen Heimat kennen. Die Ortsnamen klingen ungewohnt in deutschen Ohren: Dimani, Bambi, Fukuchani. Doch viele der zur kleinen Jubiläumsfeier in Potsdam Versammelten kennen sie gut, haben sie doch selbst da oder dort einige Zeit verbracht - oder zumindest ihre Freunde oder Kinder. Für die meisten der Teilnehmer war es denn auch mehr als eine Eintagsfliege, ein einmaliges Abenteuer. So wurde beispielsweise vor zwei Jahren von mehreren »Ehemaligen« der eigenständige Sansibar-Freundeskreis »Twende Pamoja« ins Leben gerufen, in dem sie sich weiter für die Partnerschaft engagieren und Unterstützung für die RAA-Projekte einwerben wollen. Wenn sich zwei völlig fremde Kulturen begegnen, läuft das nicht immer konfliktfrei ab. Diese Weisheit bewahrheitete sich auch bei den Theaterprojekten, die erstmals im Jahr 2000 stattfanden. Nicht nur Deutsche und Afrikaner trafen dabei aufeinander, sondern auch deren unterschiedliche Vorstellungen und Traditionen, was Bühnenarbeit anbelangt. Doch die Gruppe hielt die Spannungen aus, und die folgende Tournee durch Nordostdeutschland mit dem Stück »Furaha iko wapi« (Auf der Suche nach Glück) begeisterte das Publikum zwischen Ostsee und Lausitz. Ähnlichen Erfolg hatte es zuvor in Tansania erfahren - kein Wunder, dass auch 2002 wieder Theater im Mittelpunkt eines Projektes stand. Dafür das nötige Geld aufzutreiben, war nicht immer einfach. Das aus Nordrhein-Westfalen stammende Förderprogramm »Konkreter Friedensdienst«, das in den ersten Jahren die Basis bildete, brach Ende 1999 weg. Seither ist das Land Brandenburg versucht, die Erfolgsgeschichte weiter zu finanzieren. Dass das Geld gut angelegt ist, beweist auch die entwicklungsbezogene Öffentlichkeitsarbeit, die sich rund um das Gesamtprojekt rankt. Die Wanderausstellung »Sansibar ins Gesicht geschaut« hat schon in ungezählten Schulen, Kulturhäusern und Galerien Station gemacht. Und pünktlich zum Jubiläum konnten Birgit Mitawi und ihr Team auch einen Film vorstellen, der das Engagement, die Erlebnisse, Aha-Effekte und entstandenen Freundschaften der zehn Jahre eingefangen hat. Für viele der jungen Teilnehmer war der Aufenthalt auf Sansibar, der von arabisch-indischen Händlern, Islam und afrikanischen Traditionen geprägten Insel mit ihrer reichen Kultur eine wichtige Erfahrung. Nicht wenige änderten nach der Rückkehr ihr Studienfach und stiegen auf Afrikawissenschaften um. Kornelia Freier, Teilnehmerin von 1994, kümmert sich mittlerweile als Birgit Mitawis Kollegin bei der Arbeitsstelle um die Organisation weiterer Projekte. Die größte Anerkennung wurde allen Beteiligten zur Jubiläumsfeier durch Method Kilaini zuteil. Der katholische Bischof aus der tansanischen Hauptstadt Daressalam weilte gerade in Berlin und zeigte sich von der zehnjährigen Kooperation tief beeindruckt: »Danke an euch - nicht nur im Namen ...

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