Die Rettung jüdischer Kinder in Villa Emma

Fotodokumentation in der Akademie der Künste

  • Von Manuela Lintl
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.
Nur wenige Wochen nach der Besetzung Zagrebs durch Nazideutschland im April 1941 führte der junge Zionist Josef Indig aus Osigik 43 jüdische Kinder in den von Italien annektierten Teil Sloweniens. Über die Rettung der Kinder berichtet jetzt eine Ausstellung in der Akademie der Künste. Dass die Waisen aus Berlin, Frankfurt, Leipzig, Hamburg, Wien und Graz trotz faschistischer Rassengesetze und des bestehenden Einreiseverbots für ausländische Juden legal einreisen konnten, grenzt an ein Wunder. Fast ein Jahr verbrachte die Flüchtlingsgruppe in einem Jagdschloss in der Nähe von Ljubljana. Als der Partisanenkrieg ausbrach, wurden die Kinder im Juli 1942 nach Nonantola bei Modena gebracht. Die Hilfsorganisation der italienischen Juden Delasem (Delegazione per l'assistenza agli emigranti)mietete die Villa Emma als Unterkunft für die Flüchtlinge an. Nach Ankunft einer zweiten Gruppe bosnischer Flüchtlinge aus Split lebten 73 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und zwanzig Jahren für ein Jahr in der Villa Emma. Betreut wurde die Gruppe von 18 Mitarbeitern, darunter auch Einwohner der Stadt Nonantola. Der deutsche Historiker Klaus Voigt hat die Geschichte der 73 Flüchtlingskinder recherchiert, denen nach ihrem Zwischenexil in Italien die Flucht nach Palästina gelang. Die zusammengetragenen Forschungsergebnisse, vor allem Fotos und Dokumente, sind nun in der Wanderausstellung »Die jüdischen Kinder der Villa Emma« zu sehen. Auf Schautafeln sieht man vergrößerte Passfotos der Kinder und ihrer Betreuer. Gruppenfotos zeigen die Kinder beim Unterricht oder in der Freizeit, aber auch in Haus- und Landwirtschaft sowie handwerklich tätig. In Tischvitrinen findet man originale Dokumente wie Namenslisten oder einen Stundenplan, der den gesamten Tagesablauf regelte. Als 1943 die deutschen Truppen in Nonantola einrückten, mussten die Kinder die Villa verlassen. Vorübergehend wurden sie im örtlichen Priesterseminar und bei den Nonnen versteckt. Aber auch die ansässigen Familien nahmen die jüdischen Kinder auf, bis die weitere Flucht in die Schweiz organisiert war. Die Ausstellung dokumentiert mit einfachsten Mitteln diese wohl einzigartige Hilfsaktion. Zugleich belegt sie anschaulich die Solidarität und selbstlose Hilfsbereitschaft der Italiener gegenüber ve...

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