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Über Eigenproduktion zur Eigenversorgung

Im Zusammenhang mit der Demokratisierung der Wirtschaftsbeziehungen stellt sich daher auch die Frage: Muß die Auffassung, internationale Vergesellschaftungsprozesse als gesetzmäßige Tendenz einer weltweiten Internationalisierung zu betrachten, nicht relativiert werden? Gebieten die wirtschaftliche Entwicklung jedes Landes und ökologische Erfordernisse nicht ein ausgeglichenes, ökonomisch begründetes Verhältnis zwischen Eigenproduktion und Eigenversorgung in den Ländern und Regionen sowie Teilnahme an der weltweiten Arbeitsteilung? Produktionen für verschiedene Märkte (Welt-, Regional-,- Binnenmärkte und begrenzte lokale Märkte) müssen beibehalten bzw. aufgebaut werden können. Ein beträchtlicher Teil von Grundbedürfnissen kann durch Eigenproduktion in den Ländern bzw. in weiter untergliederten territorialen Gebieten befriedigt werden.

Wenn dagegen die Volkswirtschaften „umfassend“ in die Weltmärkte integriert sind, wenn Wertgesetz und Konkurrenz „durchgängig“ wirken, dann werden die meisten Länder keine Entwicklungschancen haben, dann werden weiterhin Industrien und Landwirtschaften vernichtet, dann weitet sich .die ökonomische Kolonisierung aus. Im anderen Falle wird es möglich, bei der Standortverteii -hing der Produktion auch im Interesse einer wenigstens relativen Senkung des Verkehrsaufkommens solchen Grundsätzen wie ökonomische Transportradien, geographische Nähe zu Hauptverbraucherzentren bei einer ganzen Reihe von Produkten mehr Geltung zu verschaffen.

Ehemalige RGW-Staaten sollten bestrebt sein, ausgewogene Proportionen zwischen verstärkter Eingliederung in die weltweite Arbeitsteilung, regionaler Arbeitsteilung und innerstaatlicher Arbeitsteilung herzustellen. Dabei ist die Wiederbelebung ihrer gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen, soweit rational und den neuen Verhältnissen gemäß, unverzichtbar. Viele Zweige und Produktionen können auf Grund enger Verflechtungen nur so überleben und teilweise auch auf anderen Märkten Fuß fassen.

Unser Autor ist emeritierter Professor für Wirtschaftswissenschaft und lebt in Dresden.

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