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Futuristischer Genfer Autosalon

Selbst die strahlende Frühlingssonne über den schneebedeckten Gipfeln der Alpen um Genf konnte nicht darüber hinwegtäuschen, daß trübe Wolken die Automobilindustrie überschatten. Nach dem Vollgasstart vor gut zwei Jahren düst die Branche nun offenbar erneut in eine Sackgasse. „Die Verkaufszahlen sinken“, stöhnte Renault-Pressechef Werner Röser. Und General Motors büßte gar 4,5 Milliarden Dollar ein.

In der schweizerischen Nobelstadt zeigten zum 62. Genfer Automobil-Salon europäische, amerikanische und japanische Hersteller ihre Glanzstücke. Über 330 Aussteller aus rund 30 Länder fanden den Weg hierher. Im Mittelpunkt standen natürlich die Pkw-Präsentationen, darunter 54 Neuheiten, vor allem bei den großen Luxuskarossen, dagegen keine neuen Modelle bei den Klein- oder Kompaktwagen. Obwohl der Zeitgeist (Umweltprobleme, volle Straßen) förmlich nach kleinen, sparsamen Modellen schreit.

Zu den Neuheiten, die für „Ossis“ gerade noch so erschwinglich sein dürften, gehörten der überarbeitete Ford Scorpio (einschließlich die neue Turnier-Variante), der Renault Safrane (Nachfolger des R 25), der Toyota Carina im neuen Look oder auch als „Spielmobil“ das 3er-Coupe“ von

1 Zukunftsstudie „Twin“ von Opel mit 14-PS-Elektromodul für Stadtverkehr und 34-PS-Benziner für Überlandfahrten 2 Das Future Electric Vehicle (FEV) von NISSAN in Leichtbauweise aus Aluminium 3 Roadster HCD 1 von Hyundai mit abnehmbarem Dach 4 Elektrofahrzeug BC 7 von Daihatsu mit Gleichstromotor und Nickel-Zink-Batterie 5 Aerodynamischer HR-X von Mazda, angetrieben vom Wasserstoff-Kreiskolbenmotor 6 Vater- und Sohn-Modell (ab dem 6. Lebensjahr) für Bugattiüebhaber. Eine Nachbildung von 1932 von De La Chapelle (Frankreich) Fotos: IVB-Report

auf früheren Automobilshows. Allerdings bleiben die Alternativmobile weiterhin lediglich recht formschöne Studien. Auch bei General Motors will sich keiner festlegen, wann das E-Mobil serienreif die Straßen erobern wird. „Die Probleme sind doch größer als gedacht“, gestand Peter Wartnaby, GM-Marketing-Manager in Europa. Dem Elektroauto fehlt gegenwärtig offenbar der Saft. Auch BMW-Manager Dr. Hans-Hermann Braess betont, daß es „bestimmt noch fünf bis sechs Jahre dauert, um ein solches Fahrzeug in einer ganz kleinen Serie herzustellen“. Überraschende Töne dagegen aus Frankreich. Wie die Peugeot-Pressechefin Ursula Mayer verriet, wird „in Kürze ein deutsches City-Elektroprogramm gestartet. Dafür erhalten einige Kommunen zum Praxistest für drei bis vier Monate kostenlos elektrobetriebene Kastenwagen vom Typ Peugeot J 5.“ Zwei Kleine - der Citroen AX und der Peugeot 106 - sollen bis 1995 auch mit Elektroantrieb auf den Markt sein.

Kurzum: Die Automobilindustrie bot für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel Passendes. So vom Minimobil Fiat Panda mit und ohne Allradantrieb bis hin zum luxuriösen Sportflitzer, vom Freizeitmobil bis zur Großraumlimousine.

HERBERT SCHADEWALD

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