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Frech und oft unbezahlt

Alternativer Medienpreis für Hörfunk und Internet

  • Von Vincent Körner
  • Lesedauer: 2 Min.
Am vergangenen Freitag sind in Nürnberg die Alternativen Medienpreise 2003 der Nürnberger Medienakademie e.V. und »Radio Z« vergeben worden.
Ein unabhängiges Informationsangebot rund um die Themen Internet und Politik - das soll funktionieren? Es funktioniert, zumindest beim Onlineportal www.politik-digital.de. Politik-Digital will »durch High-End-Journalismus überzeugen«, so Peer-Arne Böttcher, einer der Gründer des Projektes, und das alles ohne bezahlte Werbebanner. Unabhängigkeit und Qualität haben dem jüngsten Kind einer Gruppe von Autoren und Experten, die bereits mit der Seite www.wahlkampf98.de für Aufmerksamkeit sorgten, nun den ersten Preis des Alternativen Medienpreises in der Sparte Online beschert. Der zweite Online-Preisträger, das Satire-Magazin ZYN!, sei zwar, so Laudator Jürgen Graf am vergangenen Freitag, bereits im Internet-Greisenalter, aber »immer noch schnell und treffsicher«. Acht Jahre, länger als manch anderes Produkt im weltweiten Web, hält sich www.zyn.de und kann mit bis zu 14000 Besuchen pro Tag auf eine ordentliche Fangemeinde verweisen. Den dritten Preis erhielt die Homepage des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter (www.bsk-ev.de) für einen barrierefreien Internetzugang, der auch für blinde und schwer gehandikapte Menschen »von zu Hause ein Tor in die Welt öffnet«. In der Abteilung Hörfunkbeiträge ging der erste Preis an die Autoren einer Radioreportage für das Hamburger Freie Sender Kombinat FSK (www.fsk-hh.org). Michael Hüners, Torsten Michaelsen und Ole Frahm beforschten in ihrem »Ligna-Radioballett« eine Aktion von mehr als 300 Menschen, die sich im vergangenen Mai im Hamburger Hauptbahnhof zu einem geradezu situationistischen gestischen Ballett zusammengefunden hatten - um gegen die Formierung von Öffentlichkeit durch Zerstreuung zu protestieren. Weitere Preise in der Radio-Sparte erhielten das Feature »Eine irgendwie reiche Welt« für den Leipziger Uni-Sender »mephisto« (www.uni-leipzig.de/~mephisto) sowie der Beitrag »Karneval und Krieg« des emsländischen Bürgerradios »ems-vechte-welle« (www.vechte.com/ems-vechte-welle). Der Alternative Medienpreis wurde von der Nürnberger Medienakademie und dem einzigen nicht-kommerziellen Rundfunksender in Bayern, »Radio Z«, bereits zum vierten Mal verliehen. Mit dem Preis werden Journalisten ausgezeichnet, die »unkonventionell, frech und meist unbezahlt den kleinen und großen Skandalen auf den Grund gehen« und so für üblicherweise unterbleibende Informationen eine Öffentlichkeit schaffen. weitere Infos zu den Preisträgern unter: www.journalistenakademie.de

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