Pluspunkt: Vielfalt unter einem Dach

Jugendmedienhaus in Mitte als Genossenschaftsmodell eröffnet

  • Von Anouk Meyer
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.
Weiß strahlt die Fassade, nur die Mittelstücke der Häuser prunken in dunklem Karmesinrot. Ein knalliger Kontrast, mit dem das neu eröffnete Jugendmedienhaus in Mitte schon von weitem auf sich aufmerksam macht. Nach drei Jahren harter Arbeit präsentiert die Mietergenossenschaft Rungestraße 20 voller Stolz den großen Gebäudekomplex am Spreeufer, in dem neben den Wohnungsmietern eine bunte Mischung aus Kunst, Kultur und Unternehmen einquartiert werden soll. Neu ist die Mischung aus Wohnen und Arbeiten nicht, schon früher wurde der hintere Teil des Gebäudes als Fabrik genutzt. Ähnlich ist das heutige Konzept: In Vorderhaus und Seitenflügel des ersten Hofes sind 20 Wohnungen untergebracht, in die beiden Quergebäude und die Seitenflügel im zweiten Hof kommen die Gewerbeeinheiten. Mit Mieten von nur 5,11 Euro pro Quadratmeter sollen kleine Unternehmen aus dem Kultur- und Medienbereich angelockt werden, über die man Jugendlichen ein breites Angebot offerieren will. Mit gleich drei Schulen in der Umgebung hat man die Zielgruppe direkt vor der Tür; über Workshops und Kurse sollen die jungen Leute die Arbeit mit neuen Medien kennen lernen. Schon jetzt bietet das Haus einer Vielzahl an kulturellen Projekten Platz - vom »Roten Antiquariat« bis zur Galerie Kraftwerk, vom Europäischen Theaterinstitut bis zum Dokumentar-Kino. Dazu kommen Fotografen, Tonstudios, Film- und Computerleute - der ideale Boden für ein funktionierendes Netzwerk. Freilich: Leicht war es nicht für die Projekte, sich während der einjährigen Sanierungsphase im Gebäude zu halten. »Noch einmal würde ich das nicht machen«, seufzt Werner Oldiges, Leiter des Theaterinstituts e.t.i. und neben Unternehmensberater Mathias Schindler Kopf der Mietergenossenschaft Rungestr. 20. »Der ganze Lärm und Staub, den halben Winter ohne Heizung - wir haben das mit knapper Not überlebt«, so Oldiges, dessen Theaterinstitut die Schauspielschule Berlin und das Theater des Lachens vereint. Nachdem die Genossenschaft die Immobilie im Juli 2001 für drei Millionen Euro von der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) gekauft hatte, begannen im Sommer 2002 die Bauarbeiten. 7,5 Millionen Euro waren nötig, um das schlecht erhaltene Gebäude komplett zu modernisieren, bis hin zum Ausbau des Uferstreifens. Zwar kam Hilfe vom Bezirk und der WBM, die selbst Genossenschaftsmitglied ist, das Land Berlin übernahm über das - inzwischen gestrichene - Programm der Wohnungspolitischen Selbsthilfe 2,7 Millionen Euro. Der Großteil der Summe aber wurde über Eigenleistungen und vor allem Darlehen finanziert. Doch die ganze Mühe hat sich gelohnt. Obwohl die Höfe noch sandige Gruben sind und auch im Inneren noch hie und da Hand angelegt werden muss, gibt die gelungene Mischung aus Alt und Neu dem Gebäude jede Menge Charme. Und wer vom Dach aus den herrlichen Blick über Mitte genießt, kann den Stolz der Besitzer schnell nachvollziehen. »Wenn das Land solche Projekte nicht unterstützt, vergibt es wichtige Pluspunkte bei der jungen Generation«, so WBM-Ges...

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