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Vereintet Nationen – der Schlüssel zum Frieden klemmt

  • Von GÜNTHER LEUSCHNER
  • Lesedauer: 3 Min.

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Nicht nur bei der Suche nach einem Ausweg aus der jugoslawischen Tragödie wird immer wieder nach der UNO gerufen, die sich stärker engagieren müsse, weil sie, und nur sie, den Schlüssel für das Ende des Blutvergießens in der Hand habe. Häufig sind es Politiker, denen es vor einem Jahr mit der Auflösung des jugoslawischen Staates nicht schnell genug gehen konnte, die teilten, um selbst herrschen zu können, und die sich nun aus ihrer Verantwortung herausschleichen wollen.

Bei anderen Rufern hat man den Eindruck, als lebten sie mit der Vorstellung, die Vereinten Nationen seien so etwas wie das Weltgewissen, das über den Niederungen staatlicher Interessen und Gegensätze schwebt, als Justitia der Völker mit verbundenen Augen Recht und Ordnung schaffend. Das aber waren die Vereinten Nationen nie und konnten es auch nicht sein. Was in der UNO geschah oder nicht geschah, war letztlich das Spiegelbild der Verhältnisse, vor allem des Kräfteverhältnisses in der Welt.

War es zunächst die Sowjetunion, die in den fünfziger Jahren mißbilligend von einer Abstimmungsmaschinerie der USA sprach, gerieten später die USA immer öfter in Rage, drohten mit ihrem Auszug, weil sie ihre Interessen ungenügend berücksichtigt sahen.

Aber ist die UNO heute besser in der Lage, ihre wichtigste Aufgabe der Friedenssicherung und der Herstellung einer demokratischen Gemeinschaft der Völker zu erfüllen? Wer die fast widerstandslose Durchsetzung der Interessen einer kleinen,' aber mächtigen Gruppe von UNO-Staaten zum Maß der Dinge macht, wird das bejahen. Alle anderen sollten eher mit dem Gegenteil rechnen. So wie die USA ihren Golfkrieg nicht gegen den Willen, sondern mit Billigung der UNO führten, so, wie sie jetzt mit Berufung auf ein angebliches Mandat des Sicherheitsrats im Süden Iraks eine Flugverbotszone errichten, sind es auch nicht die Vereinten Nationen, die einen neuen Krieg auf dem Balkan vielleicht verhindern werden, sondern die

Angst der Militärs vor der Zahl der eigenen Toten.

Es fällt einem da schwer, an den Erfolg einer Jugoslawien-Konferenz unter der Ägide der Vereinten Nationen zu glauben, wie sie die PDS kürzlich vorschlug. Und was soll man von der Idee der SPD halten, ihre Zustimmung zur Teilnahme deutscher Soldaten- an militärischen UNO-Einsätzen in irgendeiner Weise mit dem Zustandekommen eines Gewaltmohopols der Vereinten Nationen zu verknüpfen. Dann kann man sich, zugespitzt gesagt, mit seinem Angebot auch gleich an die Herren Bush oder Rühe wenden. Auch die Diskussion darüber, ob Deutschland nun würdig oder nicht würdig ist, als ständiges Mitglied in den Sicherheitsrat der UNO aufgenommen zu werden, geht wohl am Kern des Problems vorbei. Letztlich wäre von deutschen Diplomaten im Klub der Privilegierten kaum anderes zu erwarten als von ihren amerikanischen, britischen oder französischen Kollegen. Abzulehnen ist ein

Bürger hätten es nicht gelernt, mit Ausländern umzugehen. Herr Seiters beeilte sich in einem Fernsehinterview ebenfalls, die- „Verklemmtheit von 40 Jahren DDR und Sozialismus“ als wesentliche Ursache zu nennen. Für mich ist das Verhalten zu Ausländern in erster Linie und unabhängig von der Staatsform eine Frage der persönlichen Kultur und der Erziehung in der Familie.

Karl-Ernst Lüdtge, 1156 Berlin

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