Werbung

Dieser Text ist Teil des nd-Archivs seit 1946.

Um die Inhalte, die in den Jahrgängen bis 2001 als gedrucktes Papier vorliegen, in eine digitalisierte Fassung zu übertragen, wurde eine automatische Text- und Layouterkennung eingesetzt. Je älter das Original, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass der automatische Erkennvorgang bei einzelnen Wörtern oder Absätzen auf Probleme stößt.

Es kann also vereinzelt vorkommen, dass Texte fehlerhaft sind.

  • Politik
  • Ein Bonner Politologe und seine Kampagne gegen den Antifaschismus

Theoretiker der Neonazis wider Willen?

  • Von JÜRGEN GREWEN, Bonn
  • Lesedauer: 2 Min.

Nichts ist den rechtsextremen Parteien und Gruppen wichtiger als Legitimation, vor allem wissenschaftliche Legitimation, um so den nötigen Schwung für ihre Propaganda und die moralische Rechtfertigung für ihre Taten zu erhalten. So bekam der Feldzug gegen Flüchtlinge und Ausländer den nötigen Auftrieb durch das rassistische „Heidelberger Manifest“, mit dem 1981 westdeutsche Professoren zum „Kampf gegen die Unterwanderung des deutschen Volkes“ aufriefen. Für die Verbreitung der „Auschwitzlüge“ und der damit verbundenen Geschichts-„Revisionismus“-Kampagne griff man auf PseudoWissenschaftler wie Leuchter oder den Möchtegern-Historiker Irving zurück. Auch der neueste Feldzug der Rechtsextremisten wider den Antifaschismus („Anti-Antifa“) kann auf universitäre Unterstützung verweisen.

„Antifaschismus als Mittel der Destabilisierung der Bundesrepublik Deutschland“ lautet der Titel eines Aufsatzes des Bonner Politologie-Professors Dr. Hans-Helmut Knütter von 1987, der im zweiten Satz mit der Aussage überrascht, „daß wir uns in der Bundesrepbulik in einem Bürgerkrieg befinden, der sich von der Situation in Beirut oder Belfast nur graduell, aber nicht grundsätzlich unterscheidet“ Für die starke „politisch- ideologische Polarisierung“ der letzten Jahre macht er den „manipulativen“ Gebrauch des Antifaschismus durch linke und linksextreme Kreise verantwortlich, denen es nach seiner Meinung nicht um eine Abwehr des Rechtsextremismus, sondern um die Diffamierung der Bundesrepublik und deren politischer Ordnung gehe.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln