Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Dieser Text ist Teil des nd-Archivs seit 1946.

Um die Inhalte, die in den Jahrgängen bis 2001 als gedrucktes Papier vorliegen, in eine digitalisierte Fassung zu übertragen, wurde eine automatische Text- und Layouterkennung eingesetzt. Je älter das Original, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass der automatische Erkennvorgang bei einzelnen Wörtern oder Absätzen auf Probleme stößt.

Es kann also vereinzelt vorkommen, dass Texte fehlerhaft sind.

  • Brandenburg
  • Die Empfehlungen der Denkmal-Kommission des Senats stoßen auf Widerstand und Kritik

Anwohner wurden erneut nicht gehört

Die politischen Denkmäler im westteil der Stadt wurden von der Senatskommission nicht begutachtet. Die Flamme für das „Menschenrecht auf Heimat“ auf dem „Denkmal der Vertriebenen“ am Theodor-Heuss-Platz darf weiter brennen Foto: Robert Grahn

„Unseren Teddy werden wir nicht so einfach hergeben wie den Lenin“, schimpft ein alter Kommunist. „Wird Zeit, daß der häßliche Klotz endlich wegkommt“, entgegnet ihm eine junge Frau. Seit am Montag die Senatskommission zum Umgang mit den politischen Denkmälern Ostberlins ihre Empfehlungen vorgelegt hat, gibt es unter den Anwohnern des Ernst-Thälmann-Parks kein anderes Thema mehr. Denn zu den Vorschlägen des zehnköpfigen Gremiums gehörte auch der Abriß des gigantischen Bronze-Monuments für den ermordeten KPD-Vorsitzenden.

Gegenüber ND kündigten linke Gruppen gestern „heftige Widerstandsaktionen“ an. Bereits in der Nacht zum Dienstag wurde das Thälmann-Denkmal mit einem Protest-Transparent umwickelt, das von Unbekannten jedoch wieder entfernt wurde. Auch Mahnwachen sind im Gespräch, obwohl die Kommission vorgeschlagen hatte, vor dem Abbruch einen städtebaulichen Wettbewerb durchzuführen, der mehrere Jahre dauern kann. Kampferprobte Mitglieder der Bürgerinitiative Leninplatz erkundeten dennoch die Demo-Möglichkeiten am Thälmann-Park, woraufhin die Polizei ihre Streifenwagenpräsenz vor Ort verstärkte.

Vor einer „Wiederholung der Lenin-Blamage“ warnte unterdessen die Fraktion Bündnis 90/Grüne den Senat. „Es muß eine öffentliche Debatte über die künftige Nutzung des Thähnann-Parkes geben“, forderte ihr kulturpolitischer Sprecher Albert Eckert. Erst dann könne über Abriß, Erhalt, künstlerische Verfremdung des Monuments oder ein Gegendenkmal entschieden werden. Von Initiativen wurde mehrfach kritisiert, daß die Kommission keine Anwohnerbefragungen durchgeführt hat.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln