Sportfans rätseln über Zukunft von Karlshorst

Sonntag Familienrenntag auf der Trabrennbahn

  • Von Hans-Jürgen Neßnau
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.
Wie eine Bombe schlug kürzlich die Nachricht ein, die Trabrennbahn in Mariendorf solle geschlossen und für etwa 40 Millionen Euro als Bauland verkauft werden. Von dem Geld werde dann Karlshorst zur schönsten und modernsten Bahn ausgebaut, machten Überlegungen laut die Runde. Auf Dauer könne man sich keine zwei Trabrennbahnen in der Stadt leisten, wird der Geschäftsführer des Berliner Trabrenn-Vereins (BTV), Dimitrios Vergos, zitiert. Die Wetteinsätze seien um bis zu 15 Prozent zurückgegangen. Dieser Minustrend habe sich bundesweit eingependelt. Alle Trabrennbahnen Deutschlands leiden unter einem Zuschauer- und Umsatzrückgang. Der BTV plant deshalb offenbar einen Befreiungsschlag. Ein Standort müsse aufgegeben werden. Und das könne nur der in Mariendorf sein, hieß es beim BTV. Denn hier sei man Eigentümer, während die Karlshorster Trabrennbahn, die der BTV lediglich gepachtet hat, der Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) gehört. Bereits 1999 hatte die TLG dem BTV angeboten, das bislang gepachtete Areal zu einem symbolischen Preis zu erwerben. Das Angebot steht. Hier könnte dann eine Spitzenbahn entstehen - mit neuem Geläuf, modernen Stallkomplexen und Tribünen. Diese Idee findet viel Zuspruch in Lichtenberg. So beim Wirtschaftsstadtrat Andreas Prüfer (PDS). Er hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche in Lichtenberger Unternehmen, Vereinen und Institutionen geführt, um für Unterstützung der Trabrennbahn in Karlshorst zu werben und den langfristigen Erhalt der traditionsreichen Sportstätte als Freizeit- und Pferdesporteinrichtung zu sichern. Noch sei allerdings nichts entschieden, relativiert Prüfer voreilige Begeisterung, die Fans des Pferdesportes rätseln weiter. Denn auch eine zweite Variante ist im Gespräch. Nach der avisierten Schließung des Flugplatzes bieten sich auf dem Tempelhofer Feld von der verkehrsgünstigen Lage und Ausdehnung her respektable Voraussetzungen für eine Traberidylle. Ein heißes Monatsende hält übrigens die Trabrennbahn Karlshorst für die Besucher bereit. Am 31. August ist ab 11 Uhr der 2. Familienrenntag geplant. Lichtenberger Unternehmen, BVV und Politiker haben Preise gestiftet, Bezirksstadträte steigen erneut in den Sulky. Zum 1. Karlshorster Sommer vom 29. bis 31. August gehört bereits am Freitag ein Konzert ab 19 Uhr mit den Puhdys und Karat und eine Sommerparty am Sonnabe...

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