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Unfestlich

Rom: Mordanklagen im Fall Calvi

Die Sache war dringlich. Vom Hometrainer aus gab Papst Johannes Paul II. Anweisungen, wie Roberto Calvi zu beruhigen sei. Durch dessen Schuld war gerade die in unsaubere Geschäfte verwickelte Banco Ambrosiano unter einer Schuldenlast von 1,5 Milliarden Dollar zusammengebrochen. Nun forderte der als »Bankier Gottes« bekannte Calvi vom Vatikan Geld, um die Bank und damit sich zu retten. Andernfalls wollte er seine Rolle bei der Finanzierung der polnischen Solidarnosc-Bewegung öffentlich machen. Wenig später, am Morgen des 18. Juni 1982, hing er an einer Themsebrücke in London. Der zunächst als Selbstmord aus Verzweiflung zu den Akten gelegte, dank hartnäckiger italienischer Ermittler schließlich als Auftragsmord der Mafia wieder aufgerollte Fall tritt jetzt, nach über 21 Jahren, in eine neue Phase. Die römische Staatsanwaltschaft erhob Mordanklage in vier Fällen: Mafiosi oder aus deren Umfeld stammende Komplizen. Dass diese Nachricht ausgerechnet in das pompöse Fest zum Silberjubiläum des Papstes platzt, könnte wohl manchem Kurialen die Laune verderben. Hatte doch der Vatikan die Ermittlungen stets behindert. Und der Verdacht, dass Fäden zur Beseitigung Calvis auch dort gezogen wurden, hält sich hartnäckig bis heute.

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