Werbung

Aufmarsch am Golf

US-Militär Gewehr bei Fuß

Seit zehn Jahren führen die US-Luftstreitkräfte täglich Patrouillenflüge über Irak durch. Schon jetzt hat Washington am Persischen Golf umfangreiche Truppen zusammengezogen, die dem Kommandeur des Central Commands (CENTCOM) unterstehen.
Wie bereits nach den Anschlägen auf die US-amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania, als die US-Streitkräfte am 20. August 1998 Stellungen der Al-Qaida in Afghanistan mit Tomahawk-Marschflugkörpern unter Beschuss nahmen, wird auch jetzt ein USA-Angriff auf Afghanistan befürchtet. Aber Afghanistan ist kein Küstenland, und so braucht die Regierung in Washington für jede Attacke die Genehmigung der Nachbarländer Iran oder Pakistan, ihren Luftraum zu durchqueren. Durch finanzielle Anreize (z. B. Aufhebung der nach den Atomtests verhängten Sanktionen) wird bereits versucht, eine Zustimmung der pakistanischen Regierung zu erwirken. Aber eine solche Genehmigung könnte in dem islamischen Land einen Bürgerkrieg auslösen - was besonders brisant ist, eben weil es über Nuklearwaffen verfügt. Wie aus früheren USA-Angriffen bereits bekannt, kämen bei einem Angriff die strategischen Bomber B-52 und B-2, die Stealth-Jadgbomber F-117A und seegestützte Marschflugkörper zum Einsatz. Außerdem sind dem Kommando der US-Streitkräfte am Persischen Golf, dem Central Command (CENTCOM), umfassende Streitkräfte unterstellt. General Tommy Franks kommandiert gegenwärtig bis zu 25000 Soldaten, zahlreiche gepanzerte Fahrzeuge, 200 Flugzeuge und maximal 30 Kriegsschiffe. An Bord des Flugzeugträgers »USS Enterprise« ist das 8. Flugzeugträgergeschwader mit vier Kampfstaffeln F-14 bzw. F-18 stationiert. Als Verstärkung kommt möglicherweise der Flugzeugträger »Constellation« mit dem 2. Flugzeugträgergeschwader hinzu, der bis August am Persischen Golf im Einsatz war. Außerdem sind vermutlich bereits vier Landungsschiffe vor Ort: »Kearsarge«, »Boxer«, »Cleveland« und »Harpers Ferry«. An Bord dieser Schiffe sind fast 5000 Ledernacken als Bodentruppen stationiert. Es handelt sich um die 24th Marine Expeditionary Unit (MEU) und die 11th Marine Expeditionary Unit (Special Operations Capable). Wenn man bedenkt, dass zur Zeit im Nahen Osten mehrere hunderttausend Soldaten durch die Intifada, Truppenverlegungen und Großmanöver in Bewegung sind, sind die Befürchtungen der Friedensbewegung, die Situation könne außer Kontrolle geraten, nur zu berechtigt.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung