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  • Der Terror und seine Folgen

Hüter der heiligen Stätten

Das Königreich Saudi-Arabien, von den USA als einer der militärischen Hauptstützpunkte der internationalen Anti-Terrorismus-Koalition ausersehen, beherbergt auf 2,24 Millionen km² rund 21 Millionen Einwohner. Von diesen sind 73 Prozent Saudiaraber (über 30 Prozent Nomaden und Halbnomaden) und 27 Prozent Ausländer (Arbeitskräfte aus den Philippinen, Bahrein, Ägypten, Jemen, Jordanien, Pakistan, Syrien, Indien, Kuweit). Dazu kommen rund 120 000 palästinensische Flüchtlinge. Die Einheimischen sind zu 98 Prozent Muslime (85 Prozent Sunniten der hanbalitischen Richtung, d.h. Wahhabiten) und 15 Prozent Schiiten. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug in den 90er Jahren 3,4 Prozent. Saudi-Arabien ist eine islamische absolute Monarchie, die Scharia (islamisches Recht) ist Rechtsgrundlage. König Fahd Ibn Abdel-Aziz al Saud (seit 1982) ist auch geistliches Oberhaupt (Hüter der heiligen Stätten). Parteien und Gewerkschaften sind nicht zugelassen. Seit 1993 existiert ein Nationaler Konsultativrat, der lediglich Beratungsfunktion hat, die Mitglieder werden vom König ernannt. Königssitz und politische Hauptstadt ist Riyad, Verwaltungszentrum Jiddah und geistliche Hauptstadt Mekka. Zu den einflussreichsten gesellschaftlichen Gruppierungen gehören nach wie vor die streng wahhabitischen Rechts- und Religionsgelehrten (Ulema). Aus ihnen heraus hat sich seit dem Golfkrieg eine radikale islamistische Opposition formiert. Außerdem existiert eine vor allem vom Ausland agierende schiitische Opposition. Saudi-Arabien hat nach dem Golfkrieg ein umfangreiches Aufrüstungsprogramm aufgelegt und verfolgt eine enge - im Inland heftig umstrittene - sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit den USA, die seit 1990 Waffen im Wert von über 30 Milliarden Dollar an Riyad lieferten. Die Militärhaushalte der letzten Jahre umfassten jeweils 18 bis 20 Milliarden Dollar. Die Streitkräfte sind 70 000 Mann stark, paramilitärische Verbände 15 500 Mann. Die USA haben etwa 6000 Militärs in Saudi-Arabien stationiert.(ND)

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