Dose im Rückzug

Mit leichter Hand hat das Dosenpfand den größten Teil der Büchsen aus den Supermärkten gekehrt - und außer von einigen Großabfüllern und Discountern werden sie von niemandem vermisst. Man trinkt Bier und Brause aus Mehrweg- sowie Säfte aus (noch pfandfreien) Einwegverpackungen. Von einem Einbruch des Getränkehandels ist weit und breit nichts zu sehen. Der Getränkemarkt ist allerdings ökologischer geworden, auch weil weniger Einweg-Verpackungen durch Europa gekarrt werden. Dank des Pfands mussten sich auch ausländische Anbieter von der Ex-und-Hopp-Mentalität verabschieden. Wer so handelte, konnte seine Wässerchen hier nach wie vor verkaufen. Das aktuelle Lamento über die Diskriminierung ausländischer Getränkeanbieter wirkt deswegen wenig glaubwürdig. Das Argument, über weite Strecken rechne sich nur Einweg, entlarvt sich selbst. Gerade solchem Unsinn gilt es, einen Riegel vorzuschieben. Noch scheint die Transportlawine den Kontinent unter sich sich zu begraben. Aber im regionalen Handel mit regionalen Produkten sollte die Zukunft der EU liegen. An diesem Trend wird langfristig niemand vorbeikommen, selbst wenn es hier und da - wie beim Dosenpfand - noch ein paar Rückzugsgefechte gibt.

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