Kampf um die Kunden

Versicherungen setzen auf Bankprodukte

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

In der Finanzbranche geht es hoch her. Versicherungen wildern im Banken-Revier, und Makler bedrohen das Geschäft der Versicherungen.

In die Branche der »Sicherheitsverkäufer« kommt Bewegung. Viele deutsche Versicherungsgesellschaften wollen in das Geschäft mit Bankprodukten einsteigen. Und auch gut ein Drittel der deutschen Assekuranzen ist davon überzeugt, dass Bankprodukte zukünftig zum festen Angebot der Versicherungen gehören werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Mummert Consulting und der Fachzeitschrift »Versicherungsmagazin«. Der Umfrage zufolge können sich die Versicherungen, jedenfalls aus Sicht der 188 befragten Fach- und Führungskräfte, besonders bei Kapitalanlagen gegenüber den Kreditinstituten zunehmend behaupten. Tatsächlich wollen Versicherer ihren Kunden neben den klassischen Policen für Hausrat oder Auto immer häufiger auch andere Finanzdienstleistungen verkaufen. Nur so sei »ein umfassendes und maßgeschneidertes Vermögens- und Risikomanagement aus einer Hand« möglich, argumentieren sie. Um das Vertrauen der Verbraucher auch bei branchenfremden Bankdienstleistungen zu gewinnen, muss aber der Vertrieb solcher Angebote noch deutlich flotter werden, meinen mehr als 30 Prozent der befragten Versicherungsbossen. Vertreter müssten die Produkte detailgenau kennen, um kritische Fragen der Verbraucher beantworten zu können. Nur 13 Prozent gehen davon aus, dass Bankprodukte auch zukünftig keinerlei Bedeutung für Versichererer haben werden. Besonders im Markt der Kapitalanlagen sollen Versicherungen und Banken enger zusammenwachsen. 83,4 Prozent der befragten Manager sind überzeugt, dass zum Beispiel Fonds gute Chancen im Versicherungsvertrieb haben. Auch Sparprodukte werden für Versicherer zukünftig eine wichtige Rolle spielen, meinen 61,5 Prozent der Befragten. Girokonten und Kreditkarten werden aus Sicht der Experten aber weiterhin eher ein Angebot der Kreditinstitute bleiben. Während die Versicherungen ihren Umsatz auf Kosten der Banken ausdehnen wollen, werden auch sie bedroht. Banken verkaufen ihrerseits immer mehr Versicherungsverträge. Und freie Makler, die bislang hauptsächlich für Industrie- oder gut betuchte Privatkunden arbeiteten, wenden sich verstärkt dem so genannten Massenmarkt zu. Notgedrungen suchen vor allem große Assekuranzkonzerne den Kontakt, um freie Makler für den Vertrieb der eigene Produkte zu gewinnen. »Die Makler haben«, sagt ein Sprecher von Mummert, »gute Chancen, schon bald die Vertreternetze der Versicherungsgesellschaften zu einem erheblichen Teil abzulösen.« Mit Sorgen sehen diesen Wandel vor allem die rund 400000 h...

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