Rückstand Deutschlands bei Hilfe

Berlin (epd/ND). Die UNO-Beauftragte für die Millenniumsziele, Evelin Herfkens, hat Deutschland Versäumnisse in der Entwicklungshilfe vorgeworfen. Im Gegensatz zu fast allen EU-Ländern habe sich Deutschland noch nicht auf verbindliche Zusagen für die Steigerung der staatlichen Entwicklungshilfe festgelegt, kritisierte die Exekutivkoordinatorin am Freitag im Entwicklungsausschuss des Bundestags in Berlin. Deutschland hinke hinterher, sagte sie. Die UN-Expertin wies darauf hin, dass viele Entwicklungsländer in ihren Bemühungen, die UN-Millenniumsziele umzusetzen, viel weiter seien als reiche Staaten. Es gehe dabei nicht nur um Geld, sondern auch um den Abbau von Handelsbarrieren und Subventionen. Vor allem Parlamentarier hätten die Aufgabe, sich gegenüber ihrer Regierung und der Bevölkerung für die Millenniumsziele einzusetzen. Beim Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen im September 2000 in New York hatten sich Vertreter von 191 Staaten auf konkrete Ziele zur Überwindung von Armut, Hunger und Analphabetentum und zur Bekämpfung von Krankheiten bis 2015 verpflichtet. Schon 1992 auf dem Weltgipfel in Rio de Janeiro hatten die Industrieländer sich selbst verpflichtet, künftig die schon in den siebziger Jahren vereinbarte Zielmarke zu beherzigen, nachdem 0,7 Prozent des Bruttosozialproduktes (BSP) für Entwicklungshilfe aufzubringen seien. Deutschland kommt derzeit auf 0,28 Prozent und muss sich laut EU-Beschluss bis 2006 auf 0,33 Prozent steigern. Selbst das Erreichen dieser bescheidenen Zielmarke ist jedoch nicht gesichert. Und vom einstigen Höchststand 1982 (0,48 Prozent) darf nur geträumt werden.

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