Wasser soll noch teurer werden

BWB planen neues Tarifmodell ab 2005 - nur Großkunden werden entlastet

(ddp). Schlechte Nachricht für alle Privathaushalte in der Hauptstadt: Die Verbraucher müssen sich 2005 auf weiter steigende Wasserkosten einstellen. Die zu 50 Prozent landeseigenen Berliner Wasserbetriebe (BWB) planen für nächstes Jahr ein neues Tarifmodell, das Großkunden in der Industrie entlasten soll. Dabei sei die Einführung eines Grundpreises vorgesehen, sagte gestern BWB-Vorstand Jörg Simon. Die Abstimmung mit Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) dauere aber noch an. Von einer »drastischen Belastung« der Hauskunden wollte Simon nicht sprechen. Die Preiserhöhung werde sich »nicht im zweistelligen Bereich« bewegen. Bereits in diesem Jahr waren die Preise um 15 Prozent angehoben worden, um den BWB-Investoren nach dem Einstieg in das Unternehmen eine entsprechende Verzinsung ihres Kapitals zu ermöglichen. Zurzeit kosten ein Kubikmeter Wasser 2,109 Euro, das Schmutzwasserentgelt pro Kubikmeter 2,329 Euro und das Entgelt pro Kubikmeter Niederschlag 1,407 Euro. Mit 989 Millionen Euro konnten die Wasserbetriebe 2003 ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um rund zwei Prozent steigern. Dies sei unter anderem auf einen höheren Verbrauch von Sprengwasser im so genannten Jahrhundertsommer zurückzuführen, sagte Simon. Mit 116,4 Millionen Euro wurde der Gewinn deutlich gesteigert, der 2002 noch bei 33,9 Millionen Euro lag. Weiter forciert wird bei den Wasserbetrieben der Personalabbau. Gegenwärtig ist der Abbau von 600 Stellen im Gespräch, allerdings sollen 350 Mitarbeiter neue Aufgaben im Unternehmen erhalten. Seit 1999 haben die Wasserbetriebe 17 Prozent ihrer Stellen gestrichen. Ende 2003 waren noch knapp 5300 Mitarbeiter im Unternehmen tätig. Die neun BWB-Wasserwerke förderten im vergangenen Jahr 222 Millionen Kubikmeter Wasser, rund sieben Millionen Kubikmeter mehr als 2002. Damit wurde erstmals seit 13 Jahren ein Anstieg des Wasserverbrauchs in Berlin verzeichnet.

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