Hauptstadt hat Wachstumspotenzial

Wirtschaftsinitiative von Unternehmern, Kammern und Senat unterzeichnet

Das Wort »gemeinsam« spielte gestern eine große Rolle, als Vertreter von Wirtschafts- und Unternehmerverbänden sowie PDS-Wirtschaftssenator Harald Wolf die Wachstumsinitiative »Berlin 2004-2014« unterzeichneten. Die Initiative will schlummernde Potenziale der Hauptstadt wecken und fördern sowie das ramponierte Image Berlins aufpolieren. »Wir schauen, wo Berlin stark ist und wie wir diese Stärken für die Zukunft nutzen können«, erläuterte Gerd von Brandenstein, Präsident der Vereinigung der Unternehmerverbände in Berlin und Brandenburg (UVB). Der Wirtschaft sei es gelungen, gemeinsam mit Wirtschaftssenator Wolf die Wachstumsinitiative Berlin 2004 bis 2014 auf den Weg zu bringen, lobte Brandenstein. Eben jene Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik sei das Besondere, und ohne die sonst übliche wahltaktische Begrenzung auf eine Legislaturperiode habe man sich auf eine langfristige Rahmensetzung für ein ganzes Jahrzehnt festgelegt. Zudem hätten sich alle Beteiligten darauf verständigt, die Ergebnisse jährlich zu überprüfen, erläuterte der UVB-Präsident. Ein erste Bestandsaufnahme macht zehn positive Trends aus. Geographisch im Herzen des neuen Europa gelegen, demographisch von permanentem Zuzug junger Menschen geprägt, infrastrukturell gut eingebunden, als Stadt der Wissenschaften, der Medien, der Kultur und der Bundesregierung ist das Image der Hauptstadt besser als viele Berliner glauben. Für die darin schlummernden Potenziale sollen nun geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden. Gleich nach der Sommerpause sollen konkrete Maßnahmen und Projekte vereinbart und auf den Weg gebracht werden, kündigte Harald Wolf (PDS), Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen an. Der Senat sei gefragt, konkrete politische Rahmebedingungen zu schaffen, die Wirtschaft, diese Rahmenbedingungen mit Leben zu füllen. »Wir können den Standort Berlin nur gemeinsam voranbringen«, so Wolf. Das miteinander abgestimmte Handeln verpflichte alle Beteiligten. Es sei ein dynamischer Prozess ins Rollen gekommen, hoffte Dr. Eric Schweitzer, Präsident der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK), dem sich noch viele anschließen sollten. Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin (HWK) begrüßte besonders die Langfristigkeit der Initiative. Dies verschaffe den Betrieben Planungssicherheit. »Es war höchste Zeit, dass Wirtschaft und Senat gemeinsam definierten, auf welchen Feldern Berlin wachsen soll«, stellte Rainer Eder, Präsident des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg fest. Die Baubranche befürchte für dieses Jahr den Verlust von 4000 Arbeitsplätzen. »Wir brauchen einen allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung, um aus der Krise herauszukommen«, stellte Eder klar. »Wir müssen gemeinsam nach vorne schauen, nicht nur in die schwierige Gegenwart«, machte der Senator Mut.

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