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Auf dem Gauklermarkt sind die Affen los Ostern auf der Insel Busreise durchs grünende Marokko, zu prachtvollen Moscheen und bunten Souks L TUR ß i etet Restplätze als Schnäppchen

Ballag, ballag! Das arabische „Achtung, Achtung!“ mahnt im Gewühl der Menschen, schnell zur Seite zu treten. Packesel, beladen mit Baumwolle, Colakästen, Töpfen, Kesseln, Stoffund Lederballen bahnen sich den Weg. Sie füllen die engen, düsteren Gassen der Medina, der mit dicken Mauern umgebenen Altstadt von Fes. Sie gehört zur Königsstadt wie die modernen neuen Wohn- und Geschäftshäuser und die märchenhaften Paläste.

Der über 2000 Kilometer weite Trip zu den vier Königsstädten in Marokko beginnt dieses Mal in der Wirtschaftsund Handelsmetropole Casablanca. Die neuerbaute Grande Mosquee Hassan II., direkt an der Atlantikküste, bildet einen scharfen Kontrast zur unübersehbaren Armut in vielen Landesteilen. Als gewaltige Sakralstätte mit dem 200 Meter hohen Minarett bietet die Moschee 25 000 und auf der Freifläche davor 80 000 Gläubigen Platz zum Gebet mit dem Gesicht in Richtung Mekka. Derzeit ist Ausländern das Innere des mit Hightech und meisterhaften maurischen Handwerksleistungen verschwenderisch gestalteten Prachtbaus „noch verwehrt.

Hassan II., König der Marokkaner seit 1961, besitzt in bedeutenden Städten seines Reiches Paläste, von denen aus er je nach Lust, Jahreszeit und Anlaß regiert. Auf der Tour immer wieder prachtvolle Moscheen und Minarette, historische Türme und Stadtmauern, Prunktore und Souks, wie die Märkte heißen. Daneben die modernen neuen Stadtteile.

Faszinierend der Besuch der Medinas mit ihrem brodelnden Leben, der handwerklichen Fertigkeit ihrer Einwohner und deren oft bis an die Grenze des Erträglichen gehenden händlerischem Geschick. Wer letzteres erstmals erlebt, möchte nicht selten zum Bus zurückflüchten. „Madame, kaufen, alles billig, schöne Ketten, alter Dolch, sehr gut!“

Längst haben die Straßenhändler, die allgegenwärtig sind, ihr Repertoire auch in deutsch auf den Lippen. Wer auch nur „nein, danke“ sagt oder einen Blick riskiert, hat schon verloren. Nicht reagieren, keinen Blick aufs Angebotene, auch wenn man gern möchte - so kommt man am besten davon, rät die Reiseleitung.

Auf dem Gauklermarkt in Marrakesch, einem beliebten open air-Treff in der Altstadt, wird Touristen unversehens auch mal eine Schlange um den Hals gelegt. Erst durch ein paar Dirhams wird man davon wieder befreit. Buntgekleidete Gestalten mit Äffchen, Ziege, Glocke oder Fiedel posieren gern für Touristenfotos, aber bitteschön - gegen Bakschisch. Gut beraten ist, wer die Taschen voller Dirhams hat (derzeit 1 DM = 5,77 DH).

Die schwarze, 25jährige Amina ist, wie sie erzählt, der einzige weibliche Reiseleiter

im Land. Sie muß sich nicht selten gegen abschätzige Blicke und böse Worte ihrer tief im Islam verwurzelten Landsleute wehren. Daß sie mit Ausländern von Hotel zu Hotel reist, gilt für viele als unmoralisch. Frauen, so beklagt sie, haben hierzulande nichts oder nur wenig zu bestellen. Während der Bus stundenlang rollt, liest sie schon mal Suren aus dem Koran vor: über Frauen, Ehe, Kinder, Trennung, Erbschaft. Sie hält auch manche Überraschung bereit. In der Medina von Rabat beispielsweise verschafft sie Zutritt zu einer winzigen Koranschule, ein Raum nur, mit drei- bis sechsjährigen Steppkes. Fröhlich schmettern sie Verse, lesen ihre arabische Schrift und üben kleines Einmaleins.

Zwischen Beni Mellal und Marrakesch stoppt der Bus vor einem der landestypisch mit einer hohen Steinmauer umschlossenen flachen Wohnhäuser Besuch bei der 19jährigen Fatima und ihrer viel-

köpfigen Familie. Fatima gehört noch zu jenen Mädchen, die schon mit 13 oder 14 Jahren an einen oft viel älteren Mann vermählt wurden. Erst seit jüngster Zeit verbietet ein Gesetz solche Ehen. Fatima zeigt ein Stück Alltag ihres abgeschotteten Lebens auf dem Dorf und kredenzt den Gästen den landesüblichen grünen Pfefferminztee, scherzhaft marokkanischer Whisky genannt, nebst Fladenbrot, im Handumdrehen frisch gebacken.

Nach einer ebenso interessanten wie anstrengenden Woche ins Landesinnere sind sieben Tage der Erholung in Agadir willkommener Ausklang. Am Strand warten schon die Händler: „Kaufen? Ein Djellaba (das landestypische Kapuzenkleid)? Eine Cola? Billig, billig!“ Gut aufgelegte Touristen mieten Dromedare. Es geht zur nahen Flußmündung, an der Flamingos stehen sollen. Insch' Allah! So Gott will!

Während an einigen Reisebüro-Türen schon das „Ausverkauff'-Schild hängt, hat LTUR, Europas Nummer 1 für kurzfristige Reisen, allein schon 3000 Last-Minute-Angebote über die Osterfeiertage auf die Kanarischen Inseln zu bieten. „Durch unsere langjährige Erfahrung haben wir das Reiseverhalten der Deutschen richtig eingeschätzt und können nun rechtzeitig zum großen Ansturm noch Viele Urlaubswünsche erfüllen“, erklärt Markus Faller, Vorstandssprecher von L'TUR, die außergewöhnlichen Kapazitäten des Last-Minute-Spezialisten.

Freunde der Kanarischen Inseln können mit L'TUR über die Feiertage der Sonne entgegenfliegen. Ziel sind Gran Canaria, La Palma, Fuerteventu-

ra, Lanzarote und Teneriffa. Vom supergünstigen Nur-Flug-Angebot für 295 DM über preisgünstige zweiwöchige Pauschalreisen ab 665 DM bis hin zum Luxus-Trip für 1499 DM für 14 Tage Flug und Hotel. Insgesamt sind 52 Hotels verschiedener Kategorien im L'TUR-Angebot. Die Flüge ab allen deutschen Flughäfen werden von namhaften Charterfluggesellschaften wie der Condor, LTU, Aero- oder Hapag Lloyd durchgeführt.

Wer Ostereier lieber am Strand suchen möchte, hat die Qual der Wahl. So locken beispielsweise 14 Tage Gran Canaria mit LTU-Flug am 3. April 1996 ab Düsseldorf für nur 885 DM pro Person. W&P

Informationen: Telefon:

0180/585 85 85.

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