Werbung

Dieser Text ist Teil des nd-Archivs seit 1946.

Um die Inhalte, die in den Jahrgängen bis 2001 als gedrucktes Papier vorliegen, in eine digitalisierte Fassung zu übertragen, wurde eine automatische Text- und Layouterkennung eingesetzt. Je älter das Original, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass der automatische Erkennvorgang bei einzelnen Wörtern oder Absätzen auf Probleme stößt.

Es kann also vereinzelt vorkommen, dass Texte fehlerhaft sind.

Außenseiter, Spitzenreiter

Anmerkungen zu einer Preisverleihung

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Von Dr. Günter W Zwanzig

Als »schwierigen Außenseiter« bezeichnete sich Wilhelm Hoegner, Schöpfer der Bayerischen Verfassung mit ihren zahlreichen Elementen der direkten Demokratie und sozialer Grundrechte. Seine Erfahrungen im schweizerischen Exil während der Naziherrschaft prägten den Sozialdemokraten, der zweimal Ministerpräsident des Freistaates wurde, bevor die CSU das Zepter übernahm und die SPD in die Außenseiterrolle drängte.

Wie schwer es für die Mannschaft um Renate Schmidt ist, aus dieser Rolle herauszukommen, belegte die Verleihung des »Wilhelm-Hoegner-Preises« im Bayerischen Landtag. Die mit 5000 DM dotierte Auszeichnung wird alljährlich an Bürger vergeben, die sich im Sinne des Stifters in besonderer Weise für freiheit-

liche und soziale Rechte einsetzen. 1996 wurde diese Ehre Hildegard Hamm-Brücher und Hans Jochen Vogel zuteil, beide aus der »politischen Kaderschmiede« eines anderen großen bayerischen Sozialdemokraten nach 1945 hervorgegangen, nämlich der von Waldemar von Knoeringen.

Aufmerken ließ, was beide in ihren Dankesreden sagten. Vogel meinte zu den bislang nicht realisierten Vorstellungen Hoegners zur Verfassung: »Anderes harrt noch der Verwirklichung. So der Artikel 161 Abs. 2 der Bayerischen Verfassung, welcher bestimmt, daß >Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Arbeits- und Kapitalaufwand des Eigentümers entstehend für die Allgemeinheit nutzbar zu machen sind.« Und Hamm-Brücher betonte im Zusammenhang mit den jüngsten Bürgerentscheiden: »Diese Erfahrungen mit unserem >bayerischen Weg< in Richtung einer mündigen, demokratischen Bürgergesellschaft sollten Anlaß sein, über weitere Schritte für ganz Deutschland nachzudenken.« Da so etwas offenbar schlecht in die von der CSU geprägte politische Landschaft paßt, fand sich davon in der freien Presse des Freistaates anderntags kein Wort darüber. Kein Kommentar ist zuweilen auch ein Kommentar.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!