Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Dieser Text ist Teil des nd-Archivs seit 1946.

Um die Inhalte, die in den Jahrgängen bis 2001 als gedrucktes Papier vorliegen, in eine digitalisierte Fassung zu übertragen, wurde eine automatische Text- und Layouterkennung eingesetzt. Je älter das Original, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass der automatische Erkennvorgang bei einzelnen Wörtern oder Absätzen auf Probleme stößt.

Es kann also vereinzelt vorkommen, dass Texte fehlerhaft sind.

Außenseiter, Spitzenreiter

Anmerkungen zu einer Preisverleihung

Von Dr. Günter W Zwanzig

Als »schwierigen Außenseiter« bezeichnete sich Wilhelm Hoegner, Schöpfer der Bayerischen Verfassung mit ihren zahlreichen Elementen der direkten Demokratie und sozialer Grundrechte. Seine Erfahrungen im schweizerischen Exil während der Naziherrschaft prägten den Sozialdemokraten, der zweimal Ministerpräsident des Freistaates wurde, bevor die CSU das Zepter übernahm und die SPD in die Außenseiterrolle drängte.

Wie schwer es für die Mannschaft um Renate Schmidt ist, aus dieser Rolle herauszukommen, belegte die Verleihung des »Wilhelm-Hoegner-Preises« im Bayerischen Landtag. Die mit 5000 DM dotierte Auszeichnung wird alljährlich an Bürger vergeben, die sich im Sinne des Stifters in besonderer Weise für freiheit-

liche und soziale Rechte einsetzen. 1996 wurde diese Ehre Hildegard Hamm-Brücher und Hans Jochen Vogel zuteil, beide aus der »politischen Kaderschmiede« eines anderen großen bayerischen Sozialdemokraten nach 1945 hervorgegangen, nämlich der von Waldemar von Knoeringen.

Aufmerken ließ, was beide in ihren Dankesreden sagten. Vogel meinte zu den bislang nicht realisierten Vorstellungen Hoegners zur Verfassung: »Anderes harrt noch der Verwirklichung. So der Artikel 161 Abs. 2 der Bayerischen Verfassung, welcher bestimmt, daß >Steigerungen des Bodenwertes, die ohne besonderen Arbeits- und Kapitalaufwand des Eigentümers entstehend für die Allgemeinheit nutzbar zu machen sind.« Und Hamm-Brücher betonte im Zusammenhang mit den jüngsten Bürgerentscheiden: »Diese Erfahrungen mit unserem >bayerischen Weg< in Richtung einer mündigen, demokratischen Bürgergesellschaft sollten Anlaß sein, über weitere Schritte für ganz Deutschland nachzudenken.« Da so etwas offenbar schlecht in die von der CSU geprägte politische Landschaft paßt, fand sich davon in der freien Presse des Freistaates anderntags kein Wort darüber. Kein Kommentar ist zuweilen auch ein Kommentar.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln