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  • Politik
  • Miroslav Davidowski bekennt seine Liebe zu Mostar

Brücke zum Paradies

  • Von Christian Scholz
  • Lesedauer: 2 Min.

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Most heißt Brücke, wie kann diese Stadt auseinanderfallen? Mit einer Frage beginnt Miroslav Davidowskis Gedichtsammlung Mostar - eine Liebe. Und die Frage bleibt, wenn alle Gedichte des Bändchens gelesen sind. Kann ein Symbol, wie die alte Brücke Stari Most in Mostar so stark sein, daß eine geteilte Stadt wieder zur Einheit findet?

Es sind Liebesgedichte an seine Stadt, mit denen Davidowski, der seit zwei Jahren in Bayern als geduldeter Flüchtling lebt, Worte sucht für den Ort seiner Jugend, den es so nicht mehr gibt. Und er ringt nach Worten, diesen Verlust zu beschreiben. »Wie kann ich wachsen damit ich lerne dich zu vergessen wie nur wie.« Davidowski will nicht vergessen. Mit 27 Jahren ist er ein Kind Mostars, einer der multikulturellen Städte des ehemaligen Jugoslawiens. »Dann kamen sie und sagten uns, Brüder und Freunde müßten

denselben Glauben haben!« Davidowski beschreibt, was für ihn nun zum Paradies wurde. Und der Weg ins Paradies ist seit alters her die Brücke, die nur überqueren kann, wer ohne Schuld ist, andernfalls stürzt er in den Abgrund. »Die Uniform nahm uns das Gesicht/ so hat uns niemand gesehen/ so hat uns niemand erkannt/ wir waren Soldaten/ und taten unsere Pflicht/ aber die Stimme in uns/ fragt.«

Ein deutscher Berichterstatter traf Davidowski an, als er schwer verwundet war, und erreichte seine Ausreise nach Deutschland. Die Fragen Davidowskis werden bleiben - und seine Hoffnung. »Eines Tages, wenn nur noch die Ruinen erzählen, wird unsere Phantasie dich wieder zum Leben erwecken!«

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