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  • Politik
  • Imre Kertesz beschreibt das Unbeschreibliche

In der Todeswelt

  • Von Sabine Neubert
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Es ist alles so gewesen. Es ist kaum erzählbar, aber es muß gesagt werden. Es waren nicht »Hölle«, »Nacht« oder »Finsternis«. Diese abstrakten Begriffe verstellen Teile der ganzen Wirklichkeit. Es war vor allem nicht Schicksal, sondern das, was einem fünfzehnjährigen jüdischen Jungen aus Budapest im Vernichtungslager Auschwitz und in den Konzentrations- und Arbeitslagern Buchenwald und Zeitz von Menschen angetan wurde. Es war menschliches Tun und - menschliches Erleben: für den Jungen ein Jahr, für viele zwei oder vier, für manche auch zwölf Jahre, »das heißt im letzteren Fall zwölf mal dreihundertfünfundsechzig Tage, das heißt zwölf mal dreihundertundfünfundsechzig mal vierundzwanzig Stunden« und so weiter umgerechnet in Minuten und in Sekunden. Leben und Überleben unter Bedingungen, für die Begriffe oder Vergleiche nicht ausreichen. Imre Kertesz hat in seinem Roman, der von eigenem Erleben in den Konzentrationslagern berichtet, eine ...


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