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  • Politik
  • Ovationen für Christian Thielemann

Philharmonisches Finale

  • Von Hansjürgen Schaefer
  • Lesedauer: 2 Min.

Die letzten drei Abende der philharmonischen Saison in Berlin gehörten zwei Künstlern, die im Scharoun-Bau ihr Debüt hatten. Christian Thielemann, bereits international erfolgreich, Berliner, studierte einst Bratsche an der Orchester-Akademie der Philharmoniker und ist nun, 37jährig, designierter Generalmusikdirektor der Deutschen Oper. Er hat sich dort mit einer Wiederaufnahme des »Palestrina« von Pfitzner bereits erfolgreich eingeführt. Nun standen die drei »Palestrina«-Vorspiele im Konzert auf dem Programm. Was am Opernpult bestach, überzeugte auch hier' Die energische Führung, die dem Espressivo und der dunklen Farbe dieser Musik aus spätromantischem Geiste Spannung und Leben verlieh. In frühromantische Gefilde führte dann Schumanns 2. Sinfonie C-Dur. Energisch, mit beinahe überbordendem Temperament trieb er hier klangliche Explosionen, rhythmische Vitalität aufdie Spitze, dabei durchaus um Klarheit der Strukturen bemüht. Das sehr persönliche, auch konfliktgeladene sinfonische Seelengemälde dieser Musik erstand mit jugendlichem Überschwang und Feuer Es mündete so

in fast zu prächtigem Klang-Triumph, von dem die Hörer jedoch mitgerissen wurden. Ein überaus erfolgreiches philharmonisches Debüt, zu dem das willig mitgehende Orchester Imponierendes beitrug.

Chopins f-Moll-Klavierkonzert, von Dirigent und Orchester perfekt und engagiert begleitet, galt das zweite, nicht minder überzeugende Debüt: Solist war hier der 29jährige, in Deutschland und Japan lebende Stanislav Bunin. Er stammt aus angesehener russischer Musikerfamilie: Der Großvater war ein in der Sowjetunion hochangesehener Virtuose, vor allem für Klaviermusik der Romantik und Hochromantik. Stanislav empfahl sich bereits 17jährig als Preisträger in Paris, errang 19jährig den 1. Preis und die Goldmedaille beim Warschauer Chopin-Wettbewerb und gehört seit Anfang der 90er Jahre zu den führenden jungen Vertretern der russischen Pianistengarde. In Berlin präsentierte er sich nun als vorzüglicher Chopin-Spieler Das lyrische Filigran Chopinscher Klavier-Poesie, ihr aktivierender Rhythmus, standen dabei unter der souveränen Kontrolle eines durchsichtig klaren, transparenten, gläsern deutlichen Musizierstiles. Eine sehr seltene Mischung von spielerischer Intelligenz und klanglich-gestischem Charme.

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