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Finanzlöcher, Schlaglöcher, Pleitetiefen

Straßenbaufirmen warten vergeblich auf Aufträge Von Karin Nölte

A t Stralau im Juni '96 Foto: Robert Grahn

Das Unfallrisiko auf Berlins Straßen steigt, und die Straßenbaubetriebe führen einen Überlebenskampf. Die Fachgemeinschaft Bau ist empört. Deren Hauptgeschäftsführer, Wolf Burkhard Wenkel, machte jetzt auf die alarmierende Situation aufmerksam: Nicht nur, daß durch die Sparpolitik des Senats die Auftragslage immer katastrophaler werde und kleine und mittelständische Firmen in den Ruin getrieben würden. Dazu komme die Forderung nach Tariftreue - eine Farce, weil sie von den öffentlichen Auftraggebern nicht überprüft werde. Dumpinganbieter Machten die mit legalen Mitteln arbeitenden Firmen kaputt.

Die Fachgemeinschaft Bau verweist auf Ergebnisse eine«: Untersuchung der Senatsbauverwaltung in den Bezirken, wie hoch der Finanzbedarf für die Beseitigung der Winterschäden an Straßen

sei - erwartungsgemäß hatte der Frost spürbar sein Werk getan. Zwischen einer halben und über eineinhalb Millionen Mark würden da gebraucht. Hoffnung für die Straßenbaubetriebe, für die sommerliche Hochzeit ihrer Branche die Auftragsbücher füllen zu können. Doch sie hatten die Rechnung ohne den Senat gemacht. Die Mittel für Straßenneubauten fielen in den letzten fünf Jahren von 500 auf jetzt 111 Millionen Mark. Die für Stra-ßenreparaturen zuständigen Bezirke reduzierten in ähnlichem Umfang, um andere Projekte über die finanzielle Durststrecke zu retten.

Auch eine andere Hoffnung erfüllte sich nicht. Als am 26. März Berliner Bauunternehmen mit 400 Fahrzeugen Stra-ßen im Stadtzentrum blockiert hatten, weil sie um 14 000 Arbeitsplätze in 500 Betrieben fürchteten, hatte ihnen der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen Prüfung der Haushaltskürzungen und Umschichtungen zugunsten der bau-

liehen Unterhaltung zugesagt. Ein leeres Versprechen, seit drei Monaten warten die Baufirmen vergeblich.

86 Berliner Firmen im Bauhauptgewerbe gingen schon im ersten Quartal dieses Jahres pleite, das ist eine Steigerung um sieben Prozent zum Vorjahreszeitraum. Die Fachgemeinschaft Bau befürchtet, daß dieser Trend weiter ansteigt.

Auf Straßen, Rad- und Gehwegen führen derweil Schlaglöcher, Spurrillen und Risse ein ungestörtes Dasein. Pech für Autofahrer, Radler, Fußgänger. Für 70 Unfälle machte die Polizei schon im vorigen Jahr den schlechten Fahrbahnzustand mitverantwortlich.

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