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»Ganz ohne Vorstand und Ansager«

Elisabeth Ramthun über die Nürnberg Anti-Hartz-Demo, Basisorganisation und Ideen mit Tücken

Morgen wird in Nürnberg unter dem Motto »Gegen Sozialraub, Agenda 2010 und Hartz IV! Eine andere Welt ist möglich und nötig!« zur Bundesagentur für Arbeit demonstriert. Mit Elisabeth Ramthun vom Nürnberger Stadtteilzentrum »Desi«, die in der Vorbereitung der Aktion mitgewirkt hat, sprach Olaf-Michael Ostertag.
ND: Wie viele Menschen werden am Samstag nach Nürnberg kommen?
Ramthun: Gerade das können wir ganz schlecht sagen, weil diese Demonstration von der Basis und dezentral organisiert wurde. Wir haben keinen straffen Apparat wie die Gewerkschaften oder Parteien. Wir erfahren immer wieder, dass Leute Busse nach Nürnberg organisieren, die sich nie bei uns gemeldet haben, insofern müssen auch wir uns überraschen lassen. Aber wir rechnen mit einigen tausend.

Sie halten am Samstag die Eröffnungsrede. Wie wird die Begrüßung ausfallen?
Auf jeden Fall nicht, indem ich die touristischen Attraktionen Nürnbergs empfehle, obwohl Nürnberg eine ganz nette Stadt ist. Ich möchte auf das Ziel der Demonstration hinweisen, die Bundesagentur für Arbeit. Wobei wir das nicht gegen die Beschäftigten richten wollen, sondern gegen die Behörde als solche, die im Auftrag einer unsinnigen Regierung ein unsinniges Gesetz in einem unsinnigen System umsetzt.

Welches Kraut könnte gegen das »unsinnige System« wachsen?
Ich verstehe mich nicht als etwas, was man mit irgendeinem Etikett versehen kann. Mit allen Ideologien aus früheren Zeiten, gleich welcher Art, haben viele Menschen so ihre Schwierigkeiten. Man möchte sich nicht einordnen nach dem Motto: So, das ist jetzt meine Idee, mein Programm. Vieles hat ja nicht so funktioniert, wie man sich das mal vorgestellt hat. Das hat alles so seine Tücken. Das ist auch ein Grund, warum man in so einem Sozialforum ist, dass man diskutiert und vielleicht auch neue Ideen entwickelt. Auch im Europäischen und Weltsozialforum wäre es wünschenswert, dass durch das Zusammentreffen unterschiedlichster Menschen etwas völlig Neues entsteht. Es sind ja viele Menschen auf der Suche, auch ich. Im Herzen bin ich eine Basisdemokratin.

So ist wohl auch die Demonstration organisiert?
Richtig, es arbeiten ganz ohne Vorstand oder sonstige Ansager rund 50 Menschen zusammen an der Vorbereitung der Demo, und am Samstag sind es wohl noch mal so viele, die die unterschiedlichsten Aufgaben wahrnehmen.

www.grossdemo-nuernberg.tk

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