Sitzen macht die Gelenke krank

Übergewicht ist eine der vielen Ursache für Arthrose

Fehlende Bewegung schadet den Gelenken ebenso wie Unfälle, Übergewicht oder genetische Veranlagung. Fast jeder dritte Mensch zwischen 40 und 50 Jahren klagt über schmerzende Gelenke.

»Je beweglicher unsere Zeit, umso unbeweglicher werden wir.« Zu diesem Schluss kommt Professor Fritz Uwe Niethard, Leiter der orthopädischen Abteilung an der Universitätsklinik Aachen. Schon Grundschulkinder verbrächten ihre Zeit hauptsächlich im Sitzen: in der Schule, vor dem Computer oder Fernseher. »Wenn wir so weitermachen wie bisher, droht Deutschland in wenigen Jahren der Bewegungskollaps«, warnt der Mediziner. Was früher als Erscheinungen des Alters galt, erleben heute schon Jüngere. Fast jeder Dritte zwischen 40 und 50 Jahren klagt über schmerzende oder steife Gelenke. »Die Menschen sterben zwar nicht an Gelenkerkrankungen, aber sie leiden ihr Leben lang darunter«, sagt Volker Ewerbeck, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Und die Bevölkerung wird immer älter! Prognosen zufolge soll sich die Zahl der 60-Jährigen bis 2050 verdoppelt, die der 80-Jährigen verdreifacht haben. Als Auslöser für die Arthrose, die degenerative Gelenkerkrankung, diskutieren Fachleute fortgeschrittenes Alter, Unfälle, permanent starke Belastung, genetische Veranlagung und hormonelle Einflüsse. Zunächst rauen die Oberflächen der Gelenkknorpel auf und reißen ein. Entzündungen der Gelenkinnenhaut können den Knorpel weiter zerstören. Das führt oft zum völligen Versteifen des Gelenkes. Um Arthrose zu verhindern, hilft vor allem Bewegung und Gewichtskontrolle. »Ein Übergewichtiger, der fünf bis zehn Kilo abnimmt, verringert sein Risiko für eine Kniegelenkarthrose um 50Prozent«, berichtet Ewerbeck. »Zehn Kilo entsprechen einem großen Wassereimer. Stellen Sie sich vor, den tragen Sie den ganzen Tag mit sich herum. Das schaffen Sie nicht. Aber seinen Gelenken mutet ein Übergewichtiger das zu.« Ist die Arthrose schon fortgeschritten, geht meist kein Weg an einem künstlichen Gelenk vorbei - auch um weitere Erkrankungen zu verhindern. Wer nur noch unter Schmerzen agieren kann, vermeidet das natürlich. Bewegungsmangel und Übergewicht sind vorprogrammiert. Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können folgen. Lange eingenommene Schmerzmittel schädigen zudem oft Magen, Darm und Nieren. »Die Operationsrisiken beim Einsetzen eines künstlichen Gelenks sind sehr gering«, beruhigt Ewerbeck. Dennoch sollte ein Patient den Eingriff in einer spezialisierten orthopädischen Klinik vornehmen lassen, die diese Operation oft durchführt. 100 Operationen pro Jahr sollte ein Operateur vorweisen können. Künstliche Gelenke halten heute im Schnitt 15Jahre und mehr. Ewerbeck: »Das hat den Vorteil, dass ein Patient in seinem Leben meist nur eine solche Operation über sich ergehen lassen muss.« Im Prinzip seien künstliche Gelenke genauso belastbar wie die Originale, erklärt der Experte. »Die Schwachstelle ist die Verankerung im Knochen. Damit ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk nicht auslockert, raten wir von belastenden Sportarten wie Fallschirmspringen, Alpin-Ski oder Fußball ab.« Ohne Bedenken könnten Menschen mit Knie- oder Hüftgelenkersatz aber Wandern, Rad fahren oder Golf spielen. »Wir stellen fest, dass Gelenkerkrankungen und -verletzungen viele Menschen betreffen. Derzeit registrieren Ewerbeck und seine Kollegen mit Sorge, dass sich die Versorgungssituation für Patienten verschlechtert. Aus Kostengründen würden zum Beispiel orthopädische Abteilungen in Krankenhäusern aufgelöst und in Unfallstationen integriert, Lehrstühle für Orthopädie verschwänden und medizinische Forschungen auf diesem Gebiet fänden wenig Unterstützung. Dies könnte si...

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