Vor der Brustkrebs-Operation die Qualifikation des Arztes prüfen

In Deutschland erkranken pro Jahr ca. 50000 Frauen an Brustkrebs. 18000 Patientinnen überleben diese Krankheit nicht. Trotz neuer Bestimmungen zur Qualifizierung von Diagnose und Therapie stehen Frauen bei der Suche nach fachgerechter Behandlung vor erheblichen Schwierigkeiten.

Seit dem 1.Januar 2004 haben alle Frauen in Deutschland, die zwischen 50 und 69Jahre alt sind, Anspruch auf ein Mammographie Screening - das sind etwa zehn Millionen Frauen. Doch eine Frau kann nicht zu ihrem Gynäkologen gehen, um sich eine Überweisung für den Radiologen zu besorgen. Den Anspruch kann sie erst geltend machen, wenn sie eine offizielle Einladung erhält, die bisher nur in wenigen Modellregionen verschickt wurde. Bis Ende 2005 soll das Screening flächendeckend angeboten werden, doch Experten fürchten, dass noch Jahre vergehen, ehe das möglich sein wird. »Es entwickelt sich für Millionen von Frauen eine Versorgungslücke«, mahnt die Radiologin Prof. Ingrid Schreer von der Uni Kiel. Sie und ihre Kollegen fordern die Korrektur des Einladungssystems. »Die Frauen sollten nicht davon abhängig sein, ob das Melderegister funktioniert und ihre Krankenkasse an dem Programm beteiligt ist«, kritisiert die Medizinerin. Eine weitere Forderung der Gynäkologen ist die Abschaffung der Altersbegrenzung. »Schließlich treten die Hälfte aller Brustkrebse bei Frauen auf, die unter 50 oder über 69 Jahren alt sind«, begründet Prof. Schreer das. Doch nicht nur für die radiologischen Untersuchungen fehlt die entsprechende Infrastruktur, sondern auch für die Behandlung von Brustkrebs entsprechend der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Längst nicht alle Brustkrebszentren entsprechen wissenschaftlichen Standards. »Die Bezeichnung Brustkrebszentrum ist nicht geschützt, jeder kann sich das Schild an die Tür hängen«, erklärt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Prof. Klaus Diedrich. »Diesen Wildwuchs muss man auf jeden Fall im Auge behalten«, warnt der Mediziner. Das längerfristige Ziel ist die flächendeckende Anpassung von Behandlungs-Einrichtungen an EU-Standards. Der erste Schritt ist bereits getan: Die DGGG hat die Akkreditierung von zwölf Brustzentren bei der Europäischen Gesellschaft für Brustkunde (EUSOMA) beantragt. Mit Erfolg - die Uni-Frauenkliniken Lübeck und Kiel, haben die Prüfung bestanden. Die Kriterien der EUSOMA sind sehr streng: So werden von einem zertifizierten Brustkrebszentrum 150 Behandlungen pro Jahr gefordert, jeder Operateur muss mindestens 50 Eingriffe vornehmen. Außerdem ist zwingend, dass jedes Mitglied des Kernteams auf Brustkrebs spezialisiert ist. Eine wichtige Rolle spielt die unabhängige Überprüfung der Behandlungsergebnisse. All diese Bestimmungen waren in den bisher gültigen Zertifizierungskriterien, die von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie aufgestellt wurden, nicht enthalten. So existieren keine offiziellen Aufzeichnungen über Erfolge oder Misserfolge bei der Bekämpfung von Brustkrebs. »Es wird in Deutschland eine Zeit lang zwei Stufen der Zertifizierung geben«, erklärt Prof. Walter Jonat von der Klinik für Gynäkologie der Uni Kiel, »eine mit geringeren Anforderungen, die regional zum Einsatz kommt und eine für die Überregionalen Zentren, die auch heute schon die europäischen Kriterien erfüllen.« Gut beraten sind daher die Frauen, die sich in einem überregionalen Zentrum behandeln lassen. Ist dies nicht möglich, so sollten sie sich auf jeden Fall nach der Anzahl der erfolgten Behandlungen...

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