Flexibel in den Ruhestand

Finnisches Pensionssystem ermöglicht Renteneintritt von 63 bis 68

  • Von Bernd Parusel
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Auf die finnischen Rentenversicherer könnte schon bald eine Flut von Pensionsanträgen zukommen.

Nach einer Reform des Rentensystems können Arbeiter und Angestellte in Finnland ab Februar 2005 bereits mit 63 Jahren in den Ruhestand gehen. Längstens können sie bis zum 68. Lebensjahr arbeiten. Bisher galt ein einheitliches Renteneinstiegsalter von 65 Jahren. Die Mitte-Links-Regierung von Premierminister Matti Vanhanen erhofft sich von der Flexibilisierung des Rentenalters einen längeren Verbleib der Bürger im Erwerbsleben. Auch in Finnland altert die Bevölkerung dramatisch. Immer weniger Junge müssen für die Pensionen von immer mehr Senioren aufkommen. 2020 wird die Bevölkerung wohl die nach Schweden zweitälteste Europas sein. Für jedes Arbeitsjahr nach dem 63. winkt nun ein höherer Rentensatz. Die finnische Präsidentin Tarja Halonen erklärte kürzlich, solche Anreize könnten die Bürger ermutigen, länger im Arbeitsleben zu bleiben. Andere Faktoren, so Halonen, seien noch ausschlaggebender, etwa die Atmosphäre am Arbeitsplatz, der Führungsstil des Chefs und Mitbestimmungsmöglichkeiten der Mitarbeiter. Darum indes scheint es in Finnland nicht gut bestellt. Rund die Hälfte der in der Privatwirtschaft tätigen Angestellten und Arbeiter würde sich gerne schon mit etwa 60 Jahren aus ihren Betrieben verabschieden. Bei den Angestellten des öffentlichen Dienstes sind es zwischen 30 und 40 Prozent. Dies ergab eine Studie des finnischen Pensionszentrums ETK. Staats- und Gemeindebedienstete sind danach zufriedener mit ihrem Job als Angestellte des Privatsektors, berichtete die »Zeitung Helsingin Sanomat«. Ob das Ziel der Regierung aufgeht, die Bürger länger im Arbeitsleben zu halten, ist also unsicher. Schon heute gehen die Finnen im Schnitt viel früher in Pension, als gesetzlich vorgesehen - statt mit 65 bereits mit knapp über 59 Jahren. Ein Grund dafür ist das »Röhrensystem«. Arbeitskräfte über 53,5 Jahren werden danach automatisch frühpensioniert, wenn sie länger als 500 Tage am Stück arbeitslos sind. Noch früher, mit durchschnittlich 58,2 Jahren, scheiden nach Angaben des Komitees für Arbeitszeit- und Urlaubsregeln die Schweden aus dem Arbeitsleben aus, während in Dänemark mit 60,6 Jahren der Ruhestand beginnt. Am längsten unter den nordischen Staaten wird statistisch in Norwegen gearbeitet. Das offizielle Einstiegsrentenalter beträgt dort 67 Jahre, de facto arbeiten die Norweger im Schnitt immerhin bis 62. Um den Druck auf die jüngere Generation zu mildern, immer mehr Rentner zu versorgen, setzt der finnische Premier Vanhanen (Zentrumspartei) nun auch auf Einwanderung. Unter anderem soll die Anzahl ausländischer Studenten in Finnland von gegenwärtig rund 8000 auf 12000 erhöht werden. Universitätsabsolventen sollen Anreize erhalten, nach ihrem Abschluss in Finnland zu bleiben, heißt es in einem Mitte November vorgestellten Regierungsbericht. Vanhanen will bei der Immigration aber behutsam vorgehen. Zunächst müsse in der Bevölkerung um Akzeptanz ...

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