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Züge aus dem Osten

Literaturzeitschrift aus Brandenburg

Schriftzüge« heißt eine Zeitschrift, die den Untertitel »Brandenburgische Blätter für Kunst und Literatur« trägt. Am Kiosk sucht man sie vergebens. Wer sich noch an die »ndl«, was mal für Neue Deutsche Literatur stand, aus DDR-Zeiten erinnert, erkennt sicher unschwer Parallelen, formal und was Autorinnen und Autoren betrifft. Namen? Walter Flegel, Christa Müller, Erhard Scherner, Manfred Richter, Christa Kozik, Marianne Schmidt, Helmut Hanke..., in Heften vergangener Jahre auch Karl Gass, Volker Braun, Stefan Heym, Kerstin Hensel... und ganz am Anfang, 1998, zum Beispiel Günter Grass mit einem Auszug aus »Ein weites Feld«. Auch inhaltlich wandelt man auf DDR-Spuren, jedenfalls ist der Versuch durchaus erkennbar, die neue Alltagswelt in Worte und Geschichten zu packen, sie auch mit einer früheren zu vergleichen, Befindlichkeiten zu formulieren. Literarische Auskünfte über die sich in den Westen einbringende DDR-Sozialisation. Darüber hinaus gibt es Berichte und Porträts, Problembeiträge, Gedichte, auch »Gastartikel« aus dem Rest der Welt und abgebildete Kunst auf rund 150 Seiten. Herausgegeben werden die eher unregelmäßig erscheinenden Hefte - mal eins, mal zwei, so wie das Geld zusammenkommt - seit 1998, anfangs allerdings noch unter dem Namen »Zeitschrift - Künstler zwischen Macht und Vernunft«. Das war noch zu theorielastig, erzählt der Schriftsteller Walter Flegel, einer der Herausgeber und Mitgründer, sowohl des Literatur-Kollegiums wie der Zeitschrift und auch mit seinen 70 Lenzen noch immer voller Energie. Die Auflage ist mit 200 bis 400 Exemplaren eher bescheiden, die Macher der Zeitschrift sind es weniger, denn allen Quoten und Bestsellerauflagen zum Trotz, schielen sie nicht nach Auflagen-, sprich Umsatzerfolgen wie die Blätter, die nicht nur im Herbst immer bunter werden. Obwohl, einige farbige Abbildungen gibt es inzwischen auch im Heft,schließlich werden nicht nur Texte abgedruckt, die man kaum woanders findet, es wird auch Kunst gezeigt und Künstler vorgestellt. Das Literatur-Kollegium gibt es bereits seit dem 5. Dezember 1990. Waren es am Anfang 16 Mitglieder, die sich gemeinnützig vereinten, sind es inzwischen etwa 100 Schriftsteller und andere literaturinteressierte Bürger, die jährlich etwa 120 Veranstaltungen organisieren. Doch Schriftsteller wollen vor allem auch veröffentlichen und so lag es schließlich auf der Hand, eine Zeitschrift zu gründen. Außerdem, so Walter Flegel, verlor die "ndl", die einst bedeutendste Literaturzeitschrift der DDR, bedauerlicherweise zunehmend an Bedeutung und das Land Brandenburg kann nur auf eine sehr kleine Verlags- und Verlegerlandschaft verweisen.Aber auch in brandenburgischen Landen strebt man nach literarischem Ruhm. Unsere Leser, sagt Walter Flegel, sind Leute, die wissen wollen, was hier literarisch geschieht, wer hier schreibt oder wer hier noch schreibt. Das »Hier« meint dabei mehr als nur Brandenburg, es meint den Osten schlechthin. Der Mix aus literarischen und philosophisch-wissenschaftlichen Texten soll Lese-, aber auch Denkstoff bieten. Die Zeitschriftenmacher halten sich nicht nur für gut, sondern auch für wichtig, mit ihrem Forum für Kunst und Literatur jenseits vom Mainstream, mitten aus dem Leben. Acht Hefte der Zeitschrift gibt es bisher, und die nächsten »Schriftzüge« wird es im ersten Halbjahr 2005 geben, da ist sich Walter Flegel ganz sicher. Kontakt über: Literatur-Kollegium Brandenburg e.V., Am Kanal 47, 14467 Potsdam, Tel./Fax: 0331-6012869, Internet: www.literaturkollegium.org.

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