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Kanzler kanzelt ab

Wer sich in diesem Jahr über hohe Preise in der Apotheke geärgert hat, dem sei gesagt, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Hinter den Kulissen tobt ein unerbittlicher Preiskrieg zwischen Regierung, Pharmafirmen, Ärzten, Kassen. Es geht um viel Geld und die Frage, wie man es direkt aus den Taschen der Patienten holt. Pläne für weitere Erhöhungen gibt es schon. Seit Jahren regeln Festbeträge für ca. ein Drittel aller von den gesetzlichen Krankenkassen erstatteten Medikamente den Preis. Kostet die Arznei mehr, zahlt der Kranke drauf. In aller Regel jedoch nähern sich die Firmen dem Festbetrag an, weil sie verhindern wollen, dass auf andere Mittel ausgewichen wird. Meist gibt ja etwas Vergleichbares. Diese Erpressung ist in Deutschland anscheinend die einzige Möglichkeit, Arzneimittelpreise nicht ins Uferlose steigen zu lassen. Nun haben zwei Firmen gegen die Eingruppierung eines Medikamentes in eine Festbetragsgruppe geklagt. Der Kanzler, der sich nicht das erste Mal für Pharmahersteller engagiert, soll schon eine Überprüfung der Festbeträge zugesichert haben. Anscheinend hält er nicht viel von den Krankenkassen, dem neuen Qualitätsinstitut und dem ganzen demokratischen Sozialversicherungsquatsch.

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