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Dämpfer für Merkel

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.
Angela Merkel ist als CDU-Vorsitzende wiedergewählt - das ist keine Überraschung. Sie hat in der Union derzeit keinen ernst zu nehmenden Widersacher. Doch ihr gestriges Ergebnis ist ganz und gar kein Ruhmesblatt. Mehr als fünf Prozent weniger als vor zwei Jahren, das ist eine kleine Auflehnung. Schließlich wissen die Delegierten, dass im Hintergrund schon die Bundestagswahl 2006 steht. Natürlich hat Merkel die Funktionärsschicht der CDU zum größten Teil hinter sich, die nicht wieder einen Bayern als Spitzenkandidaten sehen möchte. Aber ganz offensichtlich passt einem Teil der Basis der Merkel-Kurs des forschen Sozialabbaus nicht. Auch wenn ein Norbert Blüm mehr und mehr als Außenseiter erscheint - er findet Anklang in Teilen der CDU. Auf der anderen Seite hat sich Merkel auch keine Freunde bei den Marktradikalen gemacht, als sie aus purer Machttaktik den Finanzexperten Friedrich Merz verdrängte. Man darf nun damit rechnen, dass die Frage der Kanzlerkandidatur immer wieder neu aufgeworfen wird. Edmund Stoiber will noch einmal gewinnen und auch Leute wie die Ministerpräsidenten Koch und Wulff könnten neue Chancen sehen. Den Bürgern indessen kann das fast egal sein - keiner dieser Unionspolitiker will am neoliberalen Kurs auch nur das Geringste ändern.

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