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Flurstück verkauft - Airbus kann starten

Widerstand entscheidend geschwächt

  • Von Volker Stahl, Hamburg
  • Lesedauer: 2 Min.
Der Widerstand gegen die Erweiterung des Airbus-Werkes am Rande von Hamburg ist beendet. Am Wochenende wurden Verkauf und Kauf eines entscheidenden Stücks Land perfekt gemacht.
Nach dem Verkauf des Kerngrundstücks durch einen Neuenfelder Landwirt an die Stadt soll der Airbus spätestens im Sommer 2007 über die neue Startbahn rollen. Diesen Fahrplan zur Erweiterung des Werksgeländes stellte der Hamburger Wirtschaftsenator Gunnar Uldall im Beisein von Airbus-Chef Gerhard Puttfarcken am gestrigen Montag im Rathaus vor. Der Christdemokrat setzte die beiden verbliebenen Eigentümer, die Kirche und einen Feuerwehrmann, stark unter Druck: »Ich fordere sie auf, ihre erforderlichen Flächen zur Verfügung zu stellen, da sie das Vorhaben nicht mehr verhindern, sondern nur noch verzögern und verteuern können!« Die Weigerung käme einer »Obstruktion« gleich. Durch den überraschenden Grundstücksverkauf im Volumen von knapp 2,4 Millionen Euro und einer größeren Ausgleichsfläche sei zwar eine »völlig neue Situation« entstanden, betonte Uldall. Weil aber die Flurstücke der Verkaufsunwilligen in das Start- und Landebahngebiet hineinragen, wird sich die Hansestadt beim Bundesluftfahrtamt um eine luftverkehrsrechtliche Ausnahmegenehmigung bemühen müssen. Notwendig wären zudem eine neue Planung der Umfahrungsstraße und Veränderungen im Sicherheitsbereich. »Dafür würden etwa sechs Monate benötigt, an die sich eine erneute gerichtliche Überprüfung anschließen würde«, erklärte Hartmut Wegener von der für den Bau zuständigen Realisierungsgesellschaft. Airbus-Chef Puttfarcken zeigte sich erleichtert über die Wende im jahrelangen Gezerre um die Obstplantagen: »Jetzt kann am Gesamtvorhaben nicht mehr gezweifelt werden - nur der Weg zur Startbahn ist noch unklar.« Im Gegenzug zum womöglich bahnbrechenden Grundstücksverkauf durch den Obstbauern Cord Quast gewährt die Stadt der 5200-Seelen-Gemeinde laut Protokoll umfangreiche »Leistungen zum Schutz der Kulturlandschaft des Alten Landes und des Dorfes Neuenfelde«. Die wichtigsten Punkte: keine zusätzliche Erweiterung des Industriegeländes und Landeplatzes, Erhalt der Obstanbaufläche östlich und südlich der Bahn, keine Umwidmung des Airbusgeländes in einen öffentlichen Verkehrsflughafen. Weil die beiden Randgrundstücke nach wie vor zum Werkserweiterungsareal gehören, wollen sich die Airbusgegner um Gabi Quast (nicht verwandt mit ihrem Namensvetter) nicht klein beigeben. »Unser Motto lautet: jetzt erst recht«, verkündete die Ökobäuerin vor laufenden Kameras am Rathausportal und setzt auf den Faktor Zeit. »Die Stadt muss wie bisher ein neues Planfeststellungsverfahren durchführen.« Und das kann dauern.

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