Weiß die Mutter, wo es langgeht?

Theater unterm Dach zeigt »Und Heimat«, eine Oper

  • Von Robert Meyer
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.
Ursula Staack kommt auf die Bühne wie eine zu Fleisch gewordene Dampfwalze, der man den Satz in den Mund legt: »Ich weiß, was ich will und wie ich es kriege«. So stellt man sich eine Mutter vor, die immer weiß, wo es langgeht und ihren Söhnen das glasklar vermittelt. Weit gefehlt! Mutter ist ebenso fehlbar und verletzlich wie ihre Söhne, und alle drei wissen nicht so recht, wie sie aus ihren Lebenssackgassen wieder herauskommen sollen: Wo sind sie zu Hause, was ist das eigentlich, und wer hat Schuld an ihrem Dilemma? In »Und Heimat« macht Amina Gusner aus diesem Frage- und Beziehungsgeflecht eine Art Sing- und Rockoper (Musik: Paul Wilke), die vom Premierenpublikum im Theater unterm Dach mit viel Applaus auch zwischen den Szenen aufgenommen wurde. Mit »Mütter und Männer - Ein Europakomplex« erhielt Amina Gusner im Sommer bei den 20. Hessischen Theatertagen den Preis »Junge Experten«. In ihrem neuen Stück thematisiert sie Familie, Fremdheit, Mutter-Sohn-Verhältnisse. Das Stück schildert einen Abend in der Familie. Eine Mutter und ihre beiden Söhne (Werner Eng und Peter René Lüdicke) geraten in einen Mahlstrom aus Missverständnissen, Schuldeingeständnissen, Gewohnheiten. Die Collagen aus Texten von Sibylle Berg, Hermann Hesse, Peter Weiß, Ludwig Wittgenstein, Franz Kafka und anderen beleuchten gegenseitige Abhängigkeit und Fluchtimpulse. Die Bühne (Johannes Zacher) besteht aus ein paar Stühlen, gespielt wird vor dem Hintergrund einer weiß leuchtenden Breitwand mit dem Effekt, dass Spiel und Figuren mehr Konturen bekommen. Der ältere der beiden Söhne, bei der Flugsicherung tätig, hält sich für langweilig, aber schlau, klagt über monotonen Gleichklang seines Daseins und verschafft sich in heftigen Anfällen Luft. Der jüngere, ein trotziger Gitarrenspieler in ständigen Geldnöten, wird nicht erwachsen. Und die Mutter wünscht sich ganz dringend »einen richtigen Mann, den man lieben kann«. Die Szenen gehen flüssig ineinander über. Wenn die Emotionen über die unerfüllten Wünsche kochen, wird gesungen. Was auf der Bühne gezeigt wird, sind typische menschliche Reaktionen darauf, wenn keine Lösungen greifbar sind. Manchmal kommt das übersteigert daher, aber dem realen Leben ist es durchaus recht na...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, haben Sie folgende Möglichkeiten:


Haben Sie bereits ein Online- oder Kombi-Abo? Dann loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo:

Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Warum ist der Artikel so kurz?

Der Artikel ist in Wirklichkeit länger: 380 Wörter (2432 Zeichen).

Wenn Sie ein entsprechendes Abo gewählt haben, können Sie sich einloggen und den ganzen Artikel lesen. Und auch alle anderen Artikel seit 1990.

Wir stellen einen großen Teil unseres Angebots im Internet gratis zur Verfügung. Damit das finanzierbar bleibt, ist es wichtig, das viele Leute trotzdem bereit sind, für das Angebot zu bezahlen.

Alle Abo-Angebote

Foto: Zeitung, Smartphone, iPad und eine Tasse Kaffee

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.